TauchenInÄgypten
🤿 Fotos von Jonas – PADI Instructor

Unterwasserwelt
Rotes Meer

Über 1.200 Fischarten, hunderte Korallen, Haie, Schildkröten und Walhaie – das Rote Meer ist eines der artenreichsten Meeresgebiete der Welt. Hier sind meine 16 liebsten Begegnungen.

1.200+

Fischarten

20 %

Endemisch

30 m+

Sichtweite

Das Rote Meer ist nach Angaben der IUCN eines der zehn artenreichsten Meeresgebiete der Welt. Es beherbergt über 1.200 Fischarten – rund 20 % davon kommen weltweit nur hier vor. In meinen mehr als 10 Jahren als Tauchlehrer habe ich viele der ikonischsten Tiere dieser Liste hunderte Male gesehen. Und trotzdem – jede Begegnung ist neu. Hier sind die 16 Meeresbewohner, die du kennen solltest, bevor du ins Wasser steigst.

Alle Fotos entstanden mit einem Unterwasser-Smartphone im Roten Meer vor Ägypten.

Meeresschildkröte (Chelonia mydas) im Roten Meer
Reptil

Meeresschildkröte

Chelonia mydas

Die Grüne Meeresschildkröte ist wohl das beliebteste Tier im Roten Meer. Laut WWF ist Ägypten eines der letzten Hauptbrutgebiete für diese bedrohte Art. Am Hausriff Ras Abu Soma sehe ich sie fast täglich – morgens grasen sie an den Korallen, nachmittags schlafen sie in Felsspalten. Maximales Alter: über 80 Jahre.

Tiefe

1–30 m

Häufigkeit

Sehr häufig

Bester Spot

Alle Hausriffe

Clownfisch (Amphiprion bicinctus) im Roten Meer
Knochenfisch

Clownfisch

Amphiprion bicinctus

Im Roten Meer lebt ausschließlich der Rotmeer-Clownfisch – eine eigene Art, die weltweit nur hier vorkommt. Er lebt in Symbiose mit der Seeanemone: Ihre Tentakel töten fast alle Fische, den Clownfisch aber nicht. Er frisst Parasiten von der Anemone, die ihn im Gegenzug schützt. Eine perfekte Partnerschaft seit Millionen Jahren.

Tiefe

1–15 m

Häufigkeit

Häufig

Bester Spot

Alle Anemonen-Riffe

Weißspitzen-Riffhai (Triaenodon obesus) im Roten Meer
Raubfisch

Weißspitzen-Riffhai

Triaenodon obesus

Der Weißspitzen-Riffhai ist der häufigste Hai im Roten Meer und für Taucher völlig ungefährlich. Er ruht tagsüber regungslos auf dem Sandboden – Haie müssen nämlich nicht immer schwimmen, um zu atmen. Nachts wird er aktiv und jagt Fische und Tintenfische. Laut IUCN ist diese Art weltweit "near threatened".

Tiefe

1–40 m

Häufigkeit

Häufig

Bester Spot

Ras Mohammed, Elphinstone

Napoleonfisch (Cheilinus undulatus) im Roten Meer
Knochenfisch

Napoleonfisch

Cheilinus undulatus

Der Napoleonfisch ist der größte Lippfisch der Welt – erwachsene Tiere erreichen bis zu 2 Meter Länge und 190 Kilogramm. Erkennbar an der charakteristischen "Stirnhöcker"-Beule und den blauen Lippen. Sie sind sehr neugierig und kommen oft unerschrocken auf Taucher zu. Jonas' persönlicher Favorit: "Wenn ein Napoleon auf dich zukommt und dich mit seinen großen Augen anschaut, vergisst du alles um dich herum."

Tiefe

2–60 m

Häufigkeit

Gelegentlich

Bester Spot

Ras Mohammed, Hausriffe

Löwenfisch (Pterois volitans) im Roten Meer
Giftfisch

Löwenfisch

Pterois volitans

Der Rotfeuerfisch ist einer der schönsten – und gefährlichsten – Fische des Roten Meers. Seine Flossenstacheln sind mit hochgradigem Gift gefüllt: Eine Verletzung verursacht extreme Schmerzen und kann medizinische Behandlung erfordern. Trotzdem zeigt er sich meist entspannt und lässt Taucher nahe heran. Abstand halten – anschauen ist erlaubt!

Tiefe

2–55 m

Häufigkeit

Häufig

Bester Spot

Wracks, Überhänge

Oktopus (Octopus cyanea) im Roten Meer
Weichtier

Oktopus

Octopus cyanea

Der Großflecken-Oktopus ist der häufigste Tintenfisch im Roten Meer – aber ihn zu entdecken ist eine Herausforderung. Er kann seine Farbe und Textur in Millisekunden ändern und ist damit einer der besten Tarner im gesamten Tierreich. Nachts verlässt er sein Versteck auf Jagd. Lebensdauer: nur 1–2 Jahre, was angesichts seiner Intelligenz fast traurig ist.

Tiefe

1–30 m

Häufigkeit

Häufig (versteckt)

Bester Spot

Alle Riffe

Muräne (Gymnothorax javanicus) im Roten Meer
Raubfisch

Muräne

Gymnothorax javanicus

Die Riesenmuräne ist die größte Muränen-Art der Welt – sie kann über 3 Meter lang und 30 Kilogramm schwer werden. Das ständige Öffnen und Schließen des Mauls sieht bedrohlich aus, ist aber bloß das Atmen durch Kiemen. Muränen sind nicht aggressiv, wenn man sie in Ruhe lässt. Verletzungen passieren fast ausschließlich beim Anfüttern durch Menschen.

Tiefe

1–50 m

Häufigkeit

Häufig

Bester Spot

Alle Riffe mit Felsspalten

Barrakuda (Sphyraena barracuda) im Roten Meer
Raubfisch

Barrakuda

Sphyraena barracuda

Barrakudas schwimmen oft in riesigen Schulen von hunderten Tieren – ein Anblick, der Taucher regelmäßig sprachlos macht. Die silberne Tornadoformation reflektiert das Licht des Roten Meers auf spektakuläre Weise. Trotz ihres gefährlich wirkenden Gebisses sind sie für Taucher ungefährlich – solange man kein glänzendes Schmuck trägt, das sie mit kleinen Fischen verwechseln könnten.

Tiefe

0–100 m

Häufigkeit

Häufig (in Schulen)

Bester Spot

Ras Mohammed, offenes Wasser

Spanische Tänzerin (Hexabranchus sanguineus) im Roten Meer
Nacktschnecke

Spanische Tänzerin

Hexabranchus sanguineus

Die Spanische Tänzerin ist die größte Nacktschnecke der Welt und eine der spektakulärsten Erscheinungen des Roten Meers. Beim Schwimmen entfaltet sie ihren leuchtend roten Körper wie ein flatterndes Flamenco-Kleid – daher der Name. Nur bei Nachttauchgängen zu beobachten. Jonas: "Wer eine schwimmende Spanische Tänzerin sieht, vergisst nie wieder etwas anderes."

Tiefe

1–30 m

Häufigkeit

Selten (nachts)

Bester Spot

Hausriffe, Nachttauchgang

Delfin (Tursiops truncatus) im Roten Meer
Säugetier

Delfin

Tursiops truncatus

Das Rote Meer beheimatet mehrere Delfin-Arten, darunter Große Tümmler und Spinner-Delfine. Sataya Reef (nahe Marsa Alam) ist berühmt für eine resident Delfin-Kolonie von über 100 Tieren – man kann mit ihnen schnorcheln und tauchen. Delfine im Roten Meer sind neugierig und suchen oft aktiv den Kontakt mit Tauchern.

Tiefe

0–200 m

Häufigkeit

Gelegentlich

Bester Spot

Sataya, offenes Wasser

Walhai (Rhincodon typus) im Roten Meer
Planktonfresser

Walhai

Rhincodon typus

Der Walhai ist der größte Fisch der Welt – bis zu 12 Meter lang, bis zu 20 Tonnen schwer. Und völlig harmlos: Er ernährt sich ausschließlich von Plankton und kleinen Krebsen. Im Sommer erscheinen Walhaie regelmäßig an Elphinstone und Daedalus Riff. Laut WWF sind die Sommerbesuche im Roten Meer vorhersehbarer als in fast allen anderen Regionen weltweit.

Tiefe

0–70 m

Häufigkeit

Saisonal (Jun–Sep)

Bester Spot

Elphinstone, Daedalus

Adlerrochen (Aetobatus narinari) im Roten Meer
Knorpelfisch

Adlerrochen

Aetobatus narinari

Der Getüpfelte Adlerrochen "fliegt" durchs Wasser wie ein Vogel durch die Luft – der Anblick ist fast unwirklich elegant. Sein weißgepunktetes Muster auf schwarzem Rücken ist unverwechselbar. Er schwimmt oft in Gruppen und hält sich bevorzugt in strömungsreichen Bereichen auf. Der Stachel am Schwanz ist giftig – aber er setzt ihn nur zur Verteidigung ein.

Tiefe

1–60 m

Häufigkeit

Gelegentlich

Bester Spot

Straße von Tiran, Ras Mohammed

Papageienfisch (Scarus ferrugineus) im Roten Meer
Knochenfisch

Papageienfisch

Scarus ferrugineus

Papageienfische sind die "Baumeister" des weißen Sandstrands: Sie beißen mit ihrem schnabelartigen Maul Stücke aus Korallen, verdauen die Polypen heraus und scheiden das Kalkskelett als feinen weißen Sand aus. Ein einziger Papageienfisch produziert so bis zu 90 Kilogramm Sandstrand pro Jahr. Das Geräusch ihrer Beißattacken ist schon von Weitem unter Wasser zu hören.

Tiefe

1–25 m

Häufigkeit

Sehr häufig

Bester Spot

Alle Korallenriffe

Igelfisch (Diodon hystrix) im Roten Meer
Knochenfisch

Igelfisch

Diodon hystrix

Wenn der Igelfisch sich bedroht fühlt, pumpt er sich mit Wasser voll und verdreifacht sein Körpervolumen – die Stacheln richten sich auf, und kein Raubtier kann ihn schlucken. Entspannt schwimmt er langsam durch das Riff und sucht Krebse und Seeigel. Sein Fleisch ist hochgiftig (Tetrodotoxin) – er ist also auf doppelte Weise gut geschützt.

Tiefe

2–50 m

Häufigkeit

Häufig

Bester Spot

Alle Riffe

Hammerhai (Sphyrna lewini) im Roten Meer
Raubfisch

Hammerhai

Sphyrna lewini

Der Bogenstirn-Hammerhai ist für viele Taucher der Heilige Gral des Roten Meers. Schulen von bis zu 100 Tieren ziehen im Morgengrauen an den Außenriffen von Elphinstone und den Brother Islands entlang. Die ungewöhnliche Kopfform ("Hammer") verbessert seine Sinnesorgane erheblich: Er kann Beutetiere unter Sand aufspüren, die für andere Raubtiere unsichtbar wären.

Tiefe

5–275 m

Häufigkeit

Selten (Morgengrauen)

Bester Spot

Elphinstone, Brother Islands

Pharao-Tintenfisch (Sepia pharaonis) im Roten Meer
Weichtier

Pharao-Tintenfisch

Sepia pharaonis

Der Pharao-Tintenfisch ist ein Meister der Farbe – er kann in Echtzeit komplexe Muster über seinen ganzen Körper laufen lassen, um zu kommunizieren, zu tarnen oder Partner zu beeindrucken. Er ist eng mit dem Oktopus verwandt, hat aber einen internen Kalknochen (Schulp), der ihm Auftrieb gibt. Im Roten Meer findet man ihn oft paarweise beim Balztanz.

Tiefe

0–100 m

Häufigkeit

Häufig

Bester Spot

Alle Riffe, flaches Wasser

🤿

“Das Rote Meer hat mich nach mehr als 2.000 Tauchgängen noch immer nicht enttäuscht. Jede Strömung trägt neue Gäste – und genau das macht die Magie aus.”

Jonas — PADI Instructor, Rotes Meer

Häufige Fragen zur Unterwasserwelt

Welche Tiere kann ich beim Tauchen im Roten Meer sehen?+

Das Rote Meer beherbergt über 1.200 Fischarten und mehr als 1.000 Korallenarten – davon sind rund 20 % der Fischarten endemisch, d.h. sie kommen weltweit nur hier vor. Häufige Begegnungen: Meeresschildkröten, Clownfische, Napoleonfische, Muränen, Weißspitzen-Riffhaie und Barrakuda-Schulen. Mit etwas Glück: Walhaie (Sommer), Hammerhaie (Morgen) und Adlerrochen.

Wo und wann kann ich Walhaie im Roten Meer sehen?+

Walhaie besuchen das Rote Meer vor allem von Juni bis September, wenn Plankton-Blüten die Nahrungsbedingungen optimal machen. Laut Dive Magazine sind die Riefe Elphinstone und Daedalus die zuverlässigsten Walhai-Spots – am besten per Liveaboard erreichbar. Morgendliche Tauchgänge haben die höchste Sichtungsrate.

Sind Haie im Roten Meer gefährlich für Taucher?+

Nein – die im Roten Meer häufig angetroffenen Haiarten (Weißspitzen-Riffhai, Grauer Riffhai, Schwarzspitzen-Riffhai) sind für Taucher praktisch ungefährlich, solange man sie nicht provoziert. Laut PADI-Statistiken sind Haiattacken auf Taucher im Roten Meer äußerst selten und fast ausschließlich durch Fütterung oder unvorsichtiges Verhalten ausgelöst.

Welche Tierarten kommen nur im Roten Meer vor?+

Rund 20 % der Fischarten im Roten Meer sind endemisch, d.h. weltweit einzigartig. Bekannte Beispiele: der Rotmeer-Clownfisch (Amphiprion bicinctus), der Rotmeer-Laternenfisch und zahlreiche Korallen- und Nacktschneckenarten. Das Rote Meer ist seit Millionen Jahren weitgehend isoliert, was diese einzigartige Artenentwicklung ermöglichte.

Welches Riff im Roten Meer hat die größte Artenvielfalt?+

Ras Mohammed Nationalpark am südlichen Sinai gilt laut UNESCO und IUCN als eines der artenreichsten Meeresschutzgebiete der Welt mit über 220 Korallenarten und mehr als 1.000 Fischarten auf engem Raum. Das Elphinstone Riff vor Marsa Alam ist berühmt für Pelagische (Hochsee-) Begegnungen: Hammerhaie, Walhaie und Ozeanische Weißspitzenhaie.

Bereit, diese Tiere selbst zu erleben?

Lies meine Tauchspot-Guides oder checke die Ausrüstung, die ich für das Rote Meer empfehle.