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SMB setzen: Die Boje als Lebensversicherung im Roten Meer
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Ausrüstung 31. August 2026 Marc 8 Min. Lesezeit

SMB setzen: Die Boje als Lebensversicherung im Roten Meer

SMB Boje setzen im Roten Meer: Schritt-für-Schritt-Anleitung, wann die Boje Pflicht ist und welche Spule du brauchst. Jetzt lesen und sicher auftauchen!

Auf einen Blick

  • Wo Pflicht: Elphinstone, Brothers, Tiran, Daedalus, Rocky Island – überall mit Strömung und Blau-Wasser-Auftauchung
  • Mindestgröße: 100 cm, besser 130–145 cm; Farbe Orange oder Gelb
  • Spule: Fingerspule 20–30 m für normale Tauchgänge, 50 m auf Safari
  • SMB-Typ: Oral-Aufblasbar (Direktsystem oder Oktopus), kein Einmal-Automatik
  • Auf Safari: Immer ein Backup-SMB dabei – Pflicht auf jedem guten Liveaboard

Warum das SMB-Setzen im Roten Meer lebensrettend ist

Die kurze Antwort: Im Roten Meer tauchst du regelmäßig an Spots, wo du an der Oberfläche im offenen Wasser aufkommst – ohne Riff, ohne Boje, mit einem Zodiac-Fahrer, der hundert Meter entfernt in der Dünung sucht. An Elphinstone, den Brothers oder am Tiran-Plateau ist das nicht die Ausnahme, sondern der Normalfall. Wer keine eigene Signalboje mit Spule hat, ist dort schlicht nicht auffindbar. Ich habe in über 2.000 Tauchgängen im Roten Meer genug Situationen erlebt, wo eine Boje den Unterschied gemacht hat – und zu viele, wo jemand ohne eine dastand.

In diesem Guide erkläre ich dir nicht nur, wie du eine SMB richtig setzt, sondern auch, was du kaufen solltest, welche Fehler die meisten Taucher machen und warum ich auf jeder Safari mit zwei Bojen unterwegs bin.

Welche SMB und Spule brauchst du im Roten Meer?

Größe und Farbe

Mindestens 100 cm Länge, besser 130–145 cm. Warum? Eine kurze Boje geht in der Dünung unter. Im Roten Meer kann es trotz Warmwetter raue Oberflächen geben – besonders rund um die Offshore-Riffe im Herbst und Winter. Eine 145-cm-Boje steht bei leichtem Wellengang deutlich besser sichtbar. Farbe: Orange oder Gelb ist Pflicht. Weiße oder blaue Bojen sind Freizeitmarken ohne Erkennungswert – das Zodiac-Crew sucht nach leuchtendem Orange.

Für den sofortigen Einstieg empfehle ich das SMB-Komplett-Set mit 30m Aluminium-Fingerspule und Doppelhaken — alles inklusive, nichts nachkaufen nötig, und die Aluspule läuft auch nach einem Jahr Salzwasser noch butterweich. Wer eine Premium-Boje sucht, greift zur SCUBAPRO Dekoboje 140cm in Gelb — Markenqualität, extrem gut sichtbar, hält ewig.

SMB-Typen: Oral vs. Automatik

Es gibt zwei grundlegende Typen: oral aufblasbare SMBs und Einmal-Automatik-Bojen. Meine klare Empfehlung für das Rote Meer: Oral aufblasbar, entweder direkt mit dem Mund oder über den Oktopus-Ausgang deines Atemreglers. Warum? Weil du sie kontrolliert setzen kannst, sie wiederverwendbar sind und du Luft nachgeben kannst, wenn nötig. Einmal-Automatikbojen (mit CO2-Kapsel) sind Notfallgeräte – nützlich in einer echten Notsituation, aber kein Ersatz für eine vernünftige orale SMB im Alltag.

Der Vorteil der Oktopus-Befüllung: Du bläst die Boje auf, ohne deinen Atemrhythmus zu unterbrechen, und kannst gleichzeitig deine Tiefe und Auftrieb kontrollieren. Bei 5 Meter Sicherheitsstopp ist das ein echter Vorteil – du hast beide Hände frei für Boje und Spule.

Die richtige Spule: Fingerspule oder Kabelspule?

Die Fingerspule ist der Standard: Eine kleine Rolle mit 20–30 m Leine, die du mit Daumen und Zeigefinger kontrollierst, während die Boje aufsteigt. 20 m reichen für normale Riff-Tauchgänge. 30 m sind der richtige Standard für das Rote Meer, weil du am Sicherheitsstopp oft bei 5 m hängst und die Boje trotzdem auf der Oberfläche sein muss – da brauchst du genug Leine. Auf Safari mit Elphinstone oder Brothers-Profilen (60 m maximale Tiefe): Nimm eine 30-m-Spule oder sogar eine 50-m-Rolle als Backup.

Kabelspulen mit Kurbel sind robuster, aber schwerer und weniger handlich. Für den Urlaubstaucher im Roten Meer ist die Fingerspule das richtige Werkzeug.

SMB setzen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das klingt simpel, ist aber eine Technik, die du üben musst – idealerweise im Pool oder an einem ruhigen, flachen Spot, bevor du sie am Elphinstone brauchst. Hier ist meine erprobte Methode:

Schritt 1: Vorbereitung noch am Boden

  • SMB und Spule sind am BCD gut zugänglich befestigt (nicht im Netz vergraben)
  • Spulenleine ist aufgewickelt und der Karabiner ist am SMB-Ende befestigt
  • Kein Treibgut, keine Leinen in der Nähe, die sich verfangen könnten
  • Tauchcomputer zeigt: Sicherheitsstopp-Phase, Auftrieb ist stabil, Tiefe 5–8 m

Schritt 2: SMB entfalten und öffnen

Halte die Boje mit einer Hand am unteren Ende (der offenen Seite), die Spule hältst du mit der anderen Hand oder klemmst sie zwischen die Finger. Öffne die SMB so, dass die offene Seite nach unten zeigt – Luft muss von unten rein. Manche SMBs haben einen aufklappbaren Trichter am Ende, andere eine einfache Öffnung.

Schritt 3: Aufblasen

Jetzt kommt der Kernmoment: Halte deine Oktopusleitstelle unter die offene SMB-Öffnung und drücke den Purge-Knopf. Ein kurzer Atemstoß füllt die Boje zu etwa einem Viertel – das reicht, damit sie aufsteigt. Alternativ: Atme direkt mit dem Mund in die Öffnung (aber dann hast du eine Hand weniger frei). Nie zu viel Luft geben – die Boje dehnt sich beim Aufstieg aus und bläst sich selbst weiter auf.

Schritt 4: Boje schießen und Spule abwickeln

Lass die Boje los – sie schießt nach oben. Gleichzeitig läufst du mit der Spule mit: Halte die Spule locker in der Hand und lass die Leine kontrolliert abwickeln. Nie die Leine festhalten oder bremsen – das kann dich nach oben reißen. Der häufigste Anfängerfehler: zu wenig Leine freigelassen, bevor die Boje schießt, dann zieht sie einen nach oben.

Schritt 5: Stabilisieren und auftauchen

Wenn die Boje oben ist, hältst du die Spule mit Daumendruck und hängst am Sicherheitsstopp. Die Leine gibt dir eine visuelle Orientierung für deine Tiefe. Nach dem Sicherheitsstopp aufsteigen – die Spule aufwickeln, während du auftauchst. An der Oberfläche: Boje hochhalten, zum Boot schauen, Handzeichen geben.

Profi-Tipp von Marc

"Übe das SMB-Setzen wirklich im Pool, bevor du es an einem echten Strömungsspot brauchst. Ich habe Taucher erlebt, die ihre Boje beim ersten Mal am Elphinstone ausgepackt haben – mit zitternden Händen, verhedderter Leine und einem Zodiac, das schon 200 Meter abgetrieben war. Eine halbe Stunde Übung im Pool verhindert genau das. Und: Übe es immer mit deiner eigenen Ausrüstung, nicht mit einer geliehenen."

Häufige Fehler beim SMB-Setzen – und wie du sie vermeidest

  • Zu viel Luft: Die Boje platzt beim Aufstieg oder reißt sich mit Gewalt los – nur ein Viertel füllen.
  • Spule verklemmt: Vor dem Tauchgang prüfen, ob die Leine frei läuft. Feuchtes Salz lässt Spulen klemmen – immer ausspülen und trocknen lassen.
  • Boje zu nah am Riff geschossen: Leine verklemmt sich an Korallen. Boje erst schießen, wenn du frei im Wasser hängst.
  • Auftriebsproblem: Wer zu viel Luft im BCD hat und gleichzeitig die SMB hält, kann unkontrolliert aufsteigen. Erst Auftrieb stabilisieren, dann schießen.
  • Leine losgelassen: Nie die Spule fallen lassen – sie geht sofort auf Grund oder verheddert sich. Mit Handschlaufe oder Karabiner sichern.
  • Falsche Tiefe: SMB nicht in 30 m Tiefe schießen – die Luft dehnt sich beim Aufsteigen massiv aus und die Boje kann reißen. Ideal: 5–8 m beim Sicherheitsstopp.

Wann ist das SMB im Roten Meer Pflicht?

An folgenden Spots ist eine eigene SMB nicht optional – sie ist Grundvoraussetzung für jeden Taucher in deiner Gruppe:

  • Brothers Islands (Big Brother, Little Brother): Offshore, starke Strömung, Auftauchung im Blau. Kein SMB = du wirst vermisst. Jeder Taucher braucht eine eigene Boje – das ist auf den guten Liveaboards zu den Brothers Islands fest vorgeschrieben.
  • Elphinstone: Vermutlich der anspruchsvollste Spot Ägyptens. Strömung kann stark drehen, der Aufstieg erfolgt oft frei im Wasser. Hier habe ich Gruppen gesehen, die 400 Meter vom Boot abgetrieben sind – mit SMBs wurden sie gefunden, ohne nicht.
  • Tiran-Plateau (Jackson, Woodhouse, Thomas, Gordon Reef): Starke Gezeitenströmungen machen eine Strömungsauftauchung häufig. Strömungstauchen im Roten Meer ohne eigene Boje ist fahrlässig.
  • Daedalus und Rocky Island: Extremes Offshore-Riff, hier tauchst du immer mit dem Risiko, abgetrieben zu werden. Zwei SMBs pro Person wären keine Übertreibung.
  • Ras Mohammed: Shark Reef und Yolanda Bay haben Strömungsphasen, wo du im Blauwasser auftauchst.

An normalen Hausriffen vor Sharm el-Sheikh oder Hurghada, wo du immer über dem Riff auftauchst und das Boot direkt daneben liegt, brauchst du die SMB nicht zwingend aktiv einzusetzen – aber du solltest sie trotzdem dabeihaben. Trainiere das Setzen an ruhigen Spots, damit du es im Notfall blind kannst.

Zwei SMBs auf Safari: Warum ich immer ein Backup dabei habe

Auf jeder meiner Safaris ins südägyptische Rote Meer habe ich zwei Signalbojen dabei: eine Primär-SMB mit 30m-Fingerspule und eine kompakte Backup-Boje. Der Grund ist simpel: Bojen können reißen, Spulen können klemmen, Karabiner können sich öffnen. Wenn du die einzige Boje in der Gruppe verlierst, zählt das Backup.

Als kompaktes Komplett-Set für den zweiten Steckplatz am BCD empfehle ich die Signalboje 145cm orange-gelb mit V4-Edelstahl-Setzleine im Komplett-Set — solide Verarbeitung, gut sichtbare Farbe, passt in jede BCD-Tasche. Viele Liveaboard-Betreiber fordern inzwischen, dass jeder Gast eine eigene SMB dabei hat – check das vor der Buchung.

Außerdem: Wenn du auf Safari gehst, kombiniere die SMB immer mit einer Signalpfeife und einem Spiegel oder Strobe-Light für nachts. Drei Signalquellen sind besser als eine – auf See ist Sichtbarkeit alles.

SMB-Pflege: So hält deine Boje ewig

Nach jedem Tauchtag: SMB im Süßwasser abspülen, ausdrücken und trocken lagern. Die Spule beim Abspülen mehrfach drehen, damit Salz aus den Achsen kommt. Eingetrocknetes Salz ist der häufigste Grund, warum Fingerspulen nach einem Jahr klemmen. Vor dem Einpacken in die Reisetasche: Boje trocken zusammenrollen, Spule aufgekurbelt verstauen. Nie feucht zusammenpacken – das fördert Schimmel an den Nähten und kann die Beschichtung beschädigen.

Häufige Fragen

Wann muss ich im Roten Meer eine SMB setzen?+

An allen Spots, wo du im offenen Wasser auftauchst, ist das SMB-Setzen Pflicht: Brothers Islands, Elphinstone, Tiran-Plateau, Daedalus und Rocky Island. An diesen Offshore-Riffen mit Strömung kann das Zodiac nicht wissen, wo genau du auftauchst – nur deine Boje macht dich sichtbar. An Hausriffen direkt am Boot ist das Setzen nicht immer nötig, aber das Können solltest du trotzdem üben.

Welche Spullänge brauche ich für das Rote Meer?+

Mindestens 20 m, besser 30 m. Am Sicherheitsstopp bei 5 m hängt deine Boje an der Oberfläche – dafür brauchst du mindestens 5 m Leine plus Spielraum. An Tiefspots wie Elphinstone oder den Brothers, wo du bei 5 m Sicherheitsstopp hängst nachdem du aus 40–60 m aufgetaucht bist, ist eine 30-m-Spule der richtige Standard. Auf Safari empfehle ich zusätzlich eine 50-m-Spule als Backup.

Oral aufblasen oder mit dem Oktopus?+

Am effektivsten und sichersten ist das Aufblasen über den Oktopus-Ausgang deines Atemreglers: Du hast beide Hände frei für Boje und Spule, unterbrichst nicht deinen Atemrhythmus und kannst gleichzeitig deinen Auftrieb im BCD kontrollieren. Das direkte Aufblasen mit dem Mund funktioniert auch, erfordert aber mehr Übung, da du dabei eine Hand weniger frei hast.

Wie groß muss meine SMB mindestens sein?+

Mindestens 100 cm Länge, besser 130–145 cm. Kleinere Bojen gehen in der Dünung unter und werden vom Zodiac-Fahrer häufig nicht rechtzeitig gesehen. Farbe immer Orange oder Gelb – diese Farben sind für die Crew sofort erkennbar. Weiße oder andere Farben haben keinen Signalwert im Roten Meer.

Darf ich die SMB am Grund schießen oder erst beim Sicherheitsstopp?+

Immer erst beim Sicherheitsstopp, also bei 5–8 m Tiefe – niemals am Grund oder in großer Tiefe. Wenn du die Boje aus 30 m schießt, dehnt sich die Luft darin beim Aufsteigen so stark aus, dass die Boje reißen kann oder einen unkontrollierten Auftrieb erzeugt. Bei 5–8 m ist die Druckdifferenz gering genug für eine kontrollierte Befüllung.

Über den Autor

🤿

Marc

PADI Divemaster · Rotes Meer

Seit Jahren tauche ich im Roten Meer und kenne jeden Spot, jede Strömung. Mein Ziel: dir den perfekten Tauchurlaub zu ermöglichen.

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