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Tarierweste kaufen: Welche BCD fürs Rote Meer?
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Ausrüstung 12. September 2026 Marc 9 Min. Lesezeit

Tarierweste kaufen: Welche BCD fürs Rote Meer?

Tarierweste kaufen fürs Rote Meer: Jacket vs. Backinflator, Reisegewicht & 3 konkrete BCD-Empfehlungen für Einsteiger, Reisende und Vieltaucher.

Auf einen Blick

  • Region: Rotes Meer, Ägypten – Hurghada, Sharm el-Sheikh, Marsa Alam
  • Wassertemperatur: 22–28 °C – 3mm Neopren, kein Trockenanzug nötig
  • Reisegewicht zählt: Tarierwesten ab 2,2 kg für Liveaboards und Billigflieger
  • Jacket oder Backinflator: Jacket für Einsteiger, Backinflator für Fortgeschrittene
  • Beste Reisezeit: ganzjährig, am angenehmsten Oktober–April

Welche Tarierweste kaufen für das Rote Meer?

Für das Rote Meer empfehle ich Einsteigern eine gut sitzende Jacket-BCD mit integriertem Gewichtssystem – sie ist stabil, leicht zu bedienen und in ägyptischen Tauchbasen überall als Leihgerät erhältlich, sodass du die Passform schon vor dem Kauf kennst. Wer regelmäßig auf Liveaboards reist, sollte eine faltbare Reise-BCD unter 3 kg wählen, um Übergepäckgebühren zu vermeiden. Vieltaucher und Fortgeschrittene greifen häufig zum Backinflator: Er lässt mehr Platz an der Brust, schränkt die Bewegungsfreiheit unter Wasser weniger ein und macht an Riffs wie Elphinstone oder den Brothers eine deutlich aufrechte Wasserlage möglich.

In über 2.000 Tauchgängen im Roten Meer habe ich mit Dutzenden verschiedenen BCDs getaucht – als Divemaster sehe ich täglich, welche Modelle in der Praxis funktionieren und welche Probleme machen. Dieser Guide hilft dir, die richtige Wahl für dein Niveau, deine Reisepläne und dein Budget zu treffen.

Jacket vs. Backinflator: Was passt besser zum Tauchen in Ägypten?

Die Frage kommt in meinen Kursen und Briefings ständig auf – und die Antwort hängt wirklich vom Taucher ab, nicht von persönlichem Geschmack.

Jacket-BCD: Die solide Wahl für Einsteiger

Ein Jacket umschließt den Körper ringsum. Der Auftrieb verteilt sich seitlich und vorne – das hält den Taucher an der Oberfläche automatisch in einer leicht auf dem Rücken liegenden Position, ohne aktives Schwimmen. Für Einsteiger ist das ideal: Wenn du nach dem Tauchgang erschöpft an die Oberfläche kommst oder auf das Zodiac wartest, schwimmst du entspannt auf dem Rücken ohne Anstrengung.

Der Nachteil: An der Brust ist es voller. Wer Nitrox-Manometer, Unterwasserkamera und Tauchcomputer am Handgelenk trägt, merkt schnell, dass die Ausstattung enger wird. An Riffen mit starker Strömung wie Elphinstone oder den Brothers kann das Jacket außerdem dazu verleiten, leicht kopflastig in der Wassersäule zu hängen – mit einem gut gesetzten Bleigurt kein Problem, aber es braucht Übung.

Backinflator: Mehr Freiheit für Fortgeschrittene

Der Backinflator – oft auch Wing oder Backplate-System genannt – bläst den Auftrieb ausschließlich auf dem Rücken auf. Das gibt dir an der Brust maximale Bewegungsfreiheit, verbessert die horizontale Trimmposition unter Wasser und erleichtert das Tauchen bei Strömung erheblich. Wer an Stellen wie den Brothers oder Daedalus täucht, wo du 20 Minuten lang gegen die Strömung anarbeitest, merkt den Unterschied schnell.

Der Haken: An der Oberfläche dreht ein Backinflator den Taucher tendenziell nach vorne – du liegst mit dem Gesicht im Wasser, wenn du nicht aktiv gegenschwimmst. Für erfahrene Taucher ist das kein Problem, für frisch Brevetierte aber durchaus erschreckend. Backinflator-Systeme setzen auch voraus, dass du dein Blei selbst auf dem Gurt trägst – bei Jacket-BCDs mit integriertem Gewichtssystem fällt das weg.

Profi-Tipp von Marc

"Ich empfehle Einsteigern grundsätzlich ein Jacket für die ersten 50 Tauchgänge – egal was im Forum steht. Die Sicherheit an der Oberfläche ist gerade in Ägypten wichtiger als die perfekte Trimmposition unter Wasser. Wer dann Lust auf den Backinflator bekommt, lernt ihn im Pool kennen, bevor er damit ans Elphinstone-Riff geht."

Reisegewicht: Warum die BCD auf Liveaboards wichtig ist

Wer eine Liveaboard-Safari bucht, merkt schnell: Die meisten Flüge nach Hurghada oder Marsa Alam gehen mit Billigairlines wie EasyJet, Ryanair oder TUI – und die Freigepäckgrenze liegt bei 20 kg, in der Economy-Klasse oft weniger. Eine Standard-BCD bringt 3–4 kg auf die Waage. Dazu kommt der Atemregler (1,5 kg), der Neoprenanzug (2 kg), Flossen (1 kg) – und schon ist das Limit gesprengt, bevor du Kleidung eingepackt hast.

Speziell für das Liveaboard-Tauchen im Roten Meer gibt es sogenannte Travel-BCDs: gefaltete, leichtgewichtige Jackets, die beim Packen kaum Platz brauchen und unter 3 kg bleiben. Die Cressi Ultralight Travel BCD ist vollständig faltbar und kompakt verpackbar – ideal für alle, die die BCD im Koffer transportieren und dabei möglichst wenig Volumen verlieren wollen. Auf meinen eigenen Safaris zu den Brothers, nach Daedalus und Elphinstone nehme ich genau diese Kategorie mit.

Was du außerdem auf einer Safari einpacken solltest und wie du das Gepäck clever organisierst, beschreibe ich in meinen ausführlichen Tipps für Liveaboards im Roten Meer.

BCD-Empfehlungen für verschiedene Taucher-Typen

Drei Taucher-Profile, drei konkrete Empfehlungen – basierend auf dem, was ich täglich auf ägyptischen Booten und in Tauchbasen von Sharm el-Sheikh bis Marsa Alam sehe.

Einsteiger: Cressi Start BCD

Wer gerade den Open Water Diver gemacht hat oder mit dem Tauchen in Ägypten beginnt, braucht keine teure BCD mit zwanzig Taschen und Zubehörhaltern. Die Cressi Start BCD ist genau das Richtige: ein solides Jacket in bewährter Cressi-Qualität, mit übersichtlichen Bedienelementen und einem integrierten Gewichtssystem. Du musst dich nicht erst durch einen Dschungel von Funktionen kämpfen, sondern kannst dich auf das Wesentliche konzentrieren – deinen Auftrieb und deinen Tauchgang.

Das Modell ist in ägyptischen Tauchbasen weit verbreitet, sodass du im Notfall vor Ort Unterstützung bekommst, wenn etwas klemmt. Für Sharm el-Sheikh, Hurghada und Marsa Alam – alle mit Wassertemperaturen zwischen 22 und 28 °C und Sichtweiten von bis zu 40 m – ist diese BCD völlig ausreichend für die ersten 100 Tauchgänge und darüber hinaus.

Reise-Taucher und Liveaboard-Fans: Cressi Ultralight Travel BCD

Wer regelmäßig auf Safaris geht – sei es zu den Brothers-Inseln, nach Daedalus oder auf einer Elphinstone-Route ab Marsa Alam – dem empfehle ich eine Travel-BCD mit echtem Qualitätsanspruch. Die Cressi Ultralight Travel BCD lässt sich vollständig falten, passt kompakt in den Koffer und bietet trotzdem alle Features, die du auf einer 7-tägigen Liveaboard-Safari brauchst: schnell lösbare Gewichttaschen, D-Ringe für Leinen und Lampen, einen stabilen Inflationsschlauch.

Ich selbst tauche auf Safari immer mit einem faltbaren Modell dieser Art – die eingesparten Kilos am Flieger machen den Kauf schnell wett, wenn man bedenkt, was Übergepäck auf Ägypten-Flügen kostet. Qualität und Auftrieb sind bei der Cressi Ultralight auf Anhieb überzeugend.

Vieltaucher und Fortgeschrittene: Mares Dragon SLS BCD

Wer mehr als 100 Tauchgänge im Logbuch hat, gerne mit Unterwasserkamera taucht und Wert auf perfekte Trimmposition legt, wird mit dem Mares Dragon SLS BCD glücklich. Das SLS-System (Spare Air Lung System) erlaubt es, die Tarierkammer vollständig aus dem BCD-Body zu entnehmen und zu tauschen – nützlich für technische Taucher und alle, die auf Liveaboards intensiv tauchen.

Die Jacket-Bauweise des Dragon SLS bietet an der Oberfläche gute Stabilität, während die seitlich positionierten Luftkammern unter Wasser eine nahezu horizontale Trimmposition erlauben. Mit D-Ringen, Taschen und Messerhalterung ist die Dragon SLS für alle gerüstet, die ihre Ausrüstung am Körper organisieren wollen. An Riffen wie Elphinstone in Marsa Alam, wo du mit Kamera, Computer und SMB ausgestattet bist, schätzt du diese Durchdachtheit.

Was du beim BCD-Kauf nicht unterschätzen solltest

Neben der grundsätzlichen Entscheidung Jacket vs. Backinflator gibt es ein paar Punkte, die ich beim Kauf einer Tarierweste für das Rote Meer besonders wichtig finde:

Passform geht vor Preis

Eine zu große oder zu kleine BCD ist kein Sicherheitsrisiko im engeren Sinne, aber sie kostet dich jeden Tauchgang Energie. Zu viel Luft in der Kammer beim Auftauchen, weil die BCD nicht eng genug anliegt; zu wenig Komfort, weil die Schnallen ins Fleisch schneiden – das nervt spätestens beim dritten Tauchgang eines Tauchtages. Kaufe nie eine BCD ohne Anprobe oder zumindest ohne Rückgabemöglichkeit. Viele ägyptische Tauchbasen verleihen Modelle, die du später kaufen kannst – nutze das für eine Proberunde im Wasser.

Integriertes Gewichtssystem: ja oder nein?

Für das Rote Meer empfehle ich Einsteigern eine BCD mit integriertem Gewichtssystem. Du sparst den Bleigurt, das Gewicht sitzt näher am Körper und lässt sich im Notfall schnell droppen. Auf ägyptischen Booten arbeiten die Guides mit integrierten Systemen – Hilfe bekommst du dort immer. Fortgeschrittene mit stabiler Trimmung tragen das Blei ohnehin lieber auf dem Gurt, weil sie damit die Gewichtsverteilung feiner einstellen können.

Pflege im Salzwasser

Das Rote Meer ist mit seinen 4–4,5 ‰ Salzgehalt (deutlich mehr als Mittelmeer oder Nordsee) aggressiv für Ausrüstung. Nach jedem Tauchtag: BCD vollständig in Süßwasser spülen, Inflationsschlauch mehrfach durchspülen (oben aufblasen, Taste drücken, Wasser auslaufen lassen), Schnallen und D-Ringe mit dem Finger reinigen. Ich sehe auf fast jeder Safari Taucher, die ihre BCD nach zwei Wochen Ägypten mit klebrigen Ventilen nach Hause bringen – weil sie diesen Schritt jeden Abend übersprungen haben.

Zum Komplettsystem gehört natürlich auch ein guter Atemregler. Was du beim Kauf des richtigen Reglers beachten solltest, erkläre ich ausführlich in meinem Ratgeber für Atemregler-Einsteiger.

Häufige Fragen

Welche Tarierweste brauche ich für das Rote Meer?+

Für Einsteiger empfehle ich ein Jacket-BCD mit integriertem Gewichtssystem – es bietet gute Auftriebsstabilität an der Oberfläche und ist in ägyptischen Tauchbasen weit verbreitet. Reise-Taucher sollten eine faltbare Travel-BCD unter 4 kg wählen, um Übergepäck zu vermeiden. Erfahrene Taucher greifen zum Backinflator für bessere Trimmposition unter Wasser.

Was ist der Unterschied zwischen Jacket und Backinflator?+

Ein Jacket bläst den Auftrieb seitlich und vorne auf – das hält den Taucher an der Oberfläche stabil auf dem Rücken. Der Backinflator bläst ausschließlich hinten auf, gibt mehr Bewegungsfreiheit an der Brust und fördert eine horizontale Trimmposition unter Wasser, dreht den Taucher an der Oberfläche aber nach vorne. Jacket = besser für Einsteiger, Backinflator = besser für Fortgeschrittene.

Wie schwer sollte eine Tarierweste für Liveaboards im Roten Meer sein?+

Für Liveaboards empfehle ich eine BCD unter 4 kg. Kombiniert mit Atemregler (1,5 kg), Neoprenanzug (2 kg) und Flossen (1 kg) bist du schon bei fast 9 kg Ausrüstung – da zählt jedes Gramm Übergepäck. Travel-BCDs wie die Cressi Ultralight sind faltbar und kompakt, ohne auf Funktionen verzichten zu müssen.

Wie pflege ich meine Tarierweste nach dem Tauchen im Salzwasser?+

Nach jedem Tauchtag die BCD vollständig in Süßwasser einlegen und abspülen. Den Inflationsschlauch mehrfach von innen durchspülen: Oben aufblasen, dann die Taste drücken und das Salzwasser auslaufen lassen. Schnallen, D-Ringe und Ventile mit den Fingern reinigen. Das Rote Meer hat hohen Salzgehalt – wer diese Pflege überspringt, hat spätestens nach zwei Wochen klebrige Ventile.

Kann ich die Tarierweste in Ägypten auch leihen statt kaufen?+

Ja, in fast allen ägyptischen Tauchbasen (Hurghada, Sharm el-Sheikh, Marsa Alam) gibt es gute Leih-BCDs, meist von Cressi oder Mares. Für einen ein- bis zweiwöchigen Urlaub ist das eine sinnvolle Option, wenn du Gepäckgewicht sparst. Für regelmäßige Reisen und Liveaboards lohnt sich der Kauf einer eigenen BCD – Passform, Vertrauen und Hygiene sprechen dafür.

Über den Autor

🤿

Marc

PADI Divemaster · Rotes Meer

Seit Jahren tauche ich im Roten Meer und kenne jeden Spot, jede Strömung. Mein Ziel: dir den perfekten Tauchurlaub zu ermöglichen.

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