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Liveaboard Rotes Meer: So buchst du deine Tauchsafari richtig
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Tauchsafaris 05. Mai 2024 Jonas 8 Min. Lesezeit

Liveaboard Rotes Meer: So buchst du deine Tauchsafari richtig

Ein Liveaboard im Roten Meer ist das intensivste Taucherlebnis, das du haben kannst – 3 bis 4 Tauchgänge pro Tag, Spots die kein Tagesboot erreicht, Sonnenuntergänge auf dem Oberdeck. Ich erkläre, wie du die richtige Safari buchst.

Es gibt eine bestimmte Art von Taucherblick. Den Blick, den jemand bekommt, wenn er gerade von einer Liveaboard-Safari zurückgekehrt ist. Eine Mischung aus Erschöpfung, Euphorie und dieser stillen Gewissheit, gerade etwas Außergewöhnliches erlebt zu haben. Als PADI Instructor habe ich diesen Blick Dutzende Male gesehen. Und ich kenne ihn aus eigener Erfahrung.

Eine Tauchsafari auf einem Liveaboard – also einem Schiff, auf dem du lebst und tauchst – ist das intensivste Taucherlebnis, das das Rote Meer zu bieten hat. Du erreichst Spots, zu denen kein Tagesboot kommt. Du tauchst drei bis vier Mal pro Tag. Du schaust beim Frühstück auf das offene Meer.

Auf einen Blick

  • 💰 Preisspanne: 700–800 € (Basis) bis 2.000 €+ (Luxus) pro Woche
  • 🤿 3–4 Tauchgänge pro Tag inkl. Nachttauchgang
  • 🛳️ Routen: Nord, Süd, Kombi (5–8 Nächte)
  • 📋 Voraussetzung Südroute: AOWD + min. 50 Tauchgänge
  • 🌐 Buchen: liveaboard.com, padi.com, direkt beim Anbieter

Was ist ein Liveaboard – und warum lohnt es sich?

Ein Liveaboard ist ein Tauchschiff, das du für mehrere Nächte bewohnst. Du erreichst Riffe und Wracks, die 50 oder mehr Kilometer vor der Küste liegen – Spots wie Brother Islands, Daedalus oder Elphinstone, die für Tagesboote schlicht zu weit weg sind. Laut PADI sind Liveaboard-Safaris die weltweit beliebteste Form des Intensivtauchens – und das Rote Meer ist eine der Top-5-Destinationen dafür.

Die klassischen Routen im Überblick

Die Nordroute ist die klassische Einsteigerroute. Sie führt zu Spots wie dem Thistlegorm-Wrack – einem der berühmtesten Wracks der Welt, ein britisches Versorgungsschiff aus dem Zweiten Weltkrieg mit Motorrädern, Lokomotiven und Munition an Bord. Dazu kommen die Straße von Tiran mit ihren vier Riffen (Jackson, Woodhouse, Thomas und Gordon) und das Nationalpark-Gebiet Ras Mohammed.

Die Südroute ist etwas für Erfahrene. Brother Islands (El Akhawein), Daedalus Reef und Elphinstone Reef sind drei Hochseeriefe im offenen Meer, zu denen keine Tagesboote fahren. Hier trifft man Ozeanische Weißspitzenhaie, Hammerhaie, Thunfische und – mit Glück – Walhaie. Die Strömungen können kräftig sein, weshalb PADI AOWD und mindestens 50 geloggte Tauchgänge empfohlen werden. Kombinationsrouten verbinden Nord- und Südspots und dauern in der Regel sieben bis acht Nächte.

Was ist an Bord dabei?

  • Alle Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Snacks)
  • Tauchausrüstungsverleih (oft gegen Aufpreis; eigene Ausrüstung empfohlen)
  • Nitrox (meist kostenlos oder mit kleinem Aufpreis)
  • 3–4 Tauchgänge pro Tag inklusive Nachttauchgang
  • Einheimische Dive Guides, manchmal deutschsprachig

Nicht enthalten: Visa (25–30 USD), Nationalparkgebühren (10–20 USD), persönliche Getränke und Trinkgeld für Crew und Guides (5–10 USD pro Person pro Tag ist üblich).

Empfehlenswerte Anbieter

Die Plattform liveaboard.com bietet echte Bewertungen und Preisvergleiche. padi.com listet zertifizierte Anbieter. Wer direkt bucht, spart manchmal Provision: Blue Planet Liveaboards, ORCA und Extra Divers Worldwide sind drei Namen, hinter denen ich persönlich stehe.

Profi-Tipp von Jonas

"Buche dein Liveaboard mindestens drei Monate im Voraus, besonders für die Südroute im Oktober und März – das sind die besten Monate für Haibegegnungen. Und: Nimm unbedingt Seekrankheitstabletten mit, auch wenn du denkst, du brauchst sie nicht. Auf dem offenen Meer vor Elphinstone habe ich schon hartgesottene Taucher leiden sehen."

Tipps für die erste Tauchsafari

  • Seekrankheit: Scopoderm-Pflaster (rezeptpflichtig) oder Dimenhydrinat (z. B. Vomex) am Abend vorher nehmen
  • Gepäck: Weiche Reisetaschen statt Hartschalenkoffer – Kabinen sind klein
  • Eigene Ausrüstung: Maske und Flossen unbedingt selbst mitbringen
  • Logbuch: Ausgefüllt und aktuell – für anspruchsvolle Spots wird es kontrolliert
  • Trinkgeld: In bar (USD oder EUR) bereithalten

Preise und was du dafür bekommst

Budget (700–900 €)

  • Ältere Schiffe, aber solide
  • Geteilte Kabinen
  • Nordroute Standard
  • Einfache Verpflegung

Premium (1.500–2.000 €+)

  • Moderne Schiffe, Klimaanlage
  • Einzelkabinen verfügbar
  • Süd- oder Kombi-Route
  • Nitrox inklusive

Mein ehrliches Fazit: Spare nicht am Falschen. Ein gutes Schiff, ein erfahrener Guide und eine kleine Gruppe machen mehr Unterschied als 200 Euro gespart. Aber auch auf einem einfacheren Boot kann eine Nordroute unvergesslich sein.

Häufige Fragen

Welche Zertifizierung brauche ich für ein Liveaboard im Roten Meer?+

Für die Nordroute reicht ein Open Water Diver-Zertifikat. Für die Südroute (Brother Islands, Elphinstone) werden AOWD und mindestens 50 geloggte Tauchgänge empfohlen.

Was kostet ein Liveaboard im Roten Meer?+

Budget-Schiffe für die Nordroute gibt es ab etwa 700–800 € pro Woche. Luxusschiffe auf der Südroute können 2.000 € und mehr kosten.

Über den Autor

🤿

Jonas

PADI Instructor · Rotes Meer

Seit über 10 Jahren tauche ich im Roten Meer und kenne jeden Spot, jede Strömung. Mein Ziel: dir den perfekten Tauchurlaub zu ermöglichen.

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