Schnorcheln in Marsa Alam: Dugongs in Abu Dabbab, Schildkröten in Marsa Mubarak & Top-Hausriffe direkt am Strand. Jetzt die besten Spots entdecken!
Auf einen Blick
- Region: Marsa Alam, Südägypten – eigener Flughafen (RMF), Transfers 10–60 Min.
- Top-Spots: Abu Dabbab (Dugongs & Schildkröten), Marsa Mubarak, Hotel-Hausriffe, Sataya Reef
- Einstieg: fast überall direkt vom Strand – keine Bootstour nötig
- Wasser: Sommer 28–30 °C, Winter 22–24 °C; Sicht 15–30 m
- Beste Reisezeit: ganzjährig, am angenehmsten März–Juni und September–November
Ich sage es gerne offen: Es gibt in Ägypten keinen besseren Ort zum Schnorcheln als Marsa Alam. Ich bin als Divemaster natürlich meistens mit der Flasche unterwegs – aber genau hier, an den flachen Seegrasbuchten des Südens, lasse ich das Gerät regelmäßig am Strand liegen. Denn Dugongs, große Meeresschildkröten und intakte Saumriffe warten in Marsa Alam schon in ein bis fünf Metern Tiefe, direkt vor der Sonnenliege. In diesem Guide zeige ich dir die Spots, die sich nach hunderten Tagen im Wasser dieser Region wirklich bewährt haben.
Die besten Schnorchelspots in Marsa Alam auf einen Blick
Die drei stärksten Spots zum Schnorcheln in Marsa Alam sind die Bucht von Abu Dabbab (Dugongs und Grüne Meeresschildkröten über der Seegraswiese), Marsa Mubarak bei Port Ghalib (die Schildkröten-Bucht) und die Hausriffe der Hotels zwischen Coraya Bay und Marsa Shagra. Alle drei erreichst du direkt vom Strand – eine Bootstour ist nicht nötig. Wer zusätzlich Delfine sehen will, bucht einen Tagesausflug zum Sataya Reef.
- Abu Dabbab: Seegrasbucht mit Dugong-Chance und fast garantierten Schildkröten
- Marsa Mubarak: flache Bucht südlich von Port Ghalib, Schildkröten-Hotspot
- Hotel-Hausriffe: Korallen und Rifffische direkt vor der Tür, jeden Tag aufs Neue
- Sataya Reef: Tagesausflug zu den Spinnerdelfinen im Süden
Abu Dabbab: Dugongs und Riesenschildkröten in der Seegrasbucht
Rund 30 Kilometer nördlich von Marsa Alam liegt die Bucht, die diese Region berühmt gemacht hat. Abu Dabbab ist eine flache, geschützte Sandbucht mit einer ausgedehnten Seegraswiese – und damit einer der wenigen Orte weltweit, an denen du beim Schnorcheln realistisch einem wilden Dugong begegnen kannst. Eine Garantie gibt es bei der scheuen Seekuh nie, das gehört zur Ehrlichkeit dazu. Aber die Grünen Meeresschildkröten, die hier grasen, sind fast eine sichere Bank: Ich kann mich an kaum einen Tag in Abu Dabbab ohne Schildkröte erinnern. Alle Details zur Bucht und zu den Tieren findest du in meinem ausführlichen Beitrag über Abu Dabbab mit Dugongs und Schildkröten.
So läuft der Besuch ab
Der Einstieg ist denkbar bequem: Du gehst über den sandigen Strand einfach ins Wasser – keine Riffkante, keine Felsen, kein Boot. Der Strand ist bewacht und in markierte Schwimm- und Schnorchelzonen eingeteilt, an die du dich halten musst. In der Mitte liegt die Seegraswiese in etwa 3 bis 8 Metern Tiefe, links und rechts begrenzen das Nord- und Südriff die Bucht – dort findest du die Korallen und das klassische Rifffisch-Kino. Für den Strandzugang zahlst du einen Eintritt von ca. 10–15 Euro pro Person; organisierte Tagestouren ab Hotel inklusive Transfer kosten ca. 30–45 Euro. Mein Rat: Komm früh am Morgen, bevor die Ausflugsbusse anrollen. Dann ist das Wasser klar, die Bucht ruhig und die Chance auf den Dugong am größten.
Verhaltensregeln bei Dugong-Begegnungen
Damit es diese Begegnungen auch in Zukunft noch gibt, hat die Umweltschutzorganisation HEPCA klare Regeln für das Rote Meer etabliert – und die Ranger am Strand achten darauf:
- Abstand halten: mehrere Meter Distanz, dem Tier nie den Weg zur Oberfläche verstellen
- Nicht verfolgen: schwimmt der Dugong weg, lässt du ihn ziehen – Hinterherpaddeln vertreibt ihn nur
- Nicht anfassen: Berührungen sind tabu, bei Dugong und Schildkröte gleichermaßen
- Ruhig bleiben: wer regungslos an der Oberfläche treibt, sieht am meisten
Marsa Mubarak: Die Schildkröten-Bucht bei Port Ghalib
Etwas weniger bekannt als Abu Dabbab, aber für mich mindestens genauso stark: Marsa Mubarak, eine weite, flache Bucht südlich der Marina von Port Ghalib. Auch hier wächst dichtes Seegras, und genau deshalb ist Marsa Mubarak der verlässlichste Schildkröten-Spot der Region – die großen Suppenschildkröten grasen oft nur zwei, drei Meter unter dir. Mit etwas Glück kreuzt auch hier ein Dugong auf, dazu Gitarrenrochen im Sand und Kalmare über der Wiese.
Der Unterschied zu Abu Dabbab: Marsa Mubarak hat keinen öffentlichen Badestrand mit Infrastruktur. Du kommst in der Regel per kurzem Bootsausflug ab Port Ghalib oder mit einem Buggy-/Jeep-Transfer der umliegenden Hotels in die Bucht. Das hält die Besucherzahlen angenehm niedrig – wer den Trubel von Abu Dabbab scheut, ist hier richtig. Die Sicht liegt an guten Tagen bei 20 Metern und mehr, und die Bucht ist so flach und geschützt, dass auch unsichere Schwimmer und Kinder mit Weste entspannt schnorcheln können.
Hausriffe: Schnorcheln direkt vor dem Hotel
Der unterschätzte Trumpf von Marsa Alam sind die Hausriffe. Anders als in Hurghada, wo viele Hotels nur Sandstrand haben, liegen im Süden intakte Saumriffe direkt vor den Anlagen – etwa in der Coraya Bay oder bei Marsa Shagra, wo sich Nord- und Südriff einer geschützten Bucht bequem über Stege und Sandkanäle erreichen lassen. Das bedeutet: Du schnorchelst jeden Tag, so oft du willst, ohne Transfer, ohne Eintritt, ohne Zeitdruck. Schon in zwei bis vier Metern Tiefe stehen Anemonen mit Clownfischen, Falterfische, Rotfeuerfische und mit Glück eine Schildkröte oder ein vorbeiziehender Adlerrochen an der Riffkante.
Zwei Dinge solltest du an den Hausriffen beachten. Erstens: Nutze immer die markierten Ein- und Ausstiege (Stege oder Sandlagunen) und stell dich niemals auf das Riffdach – jeder Tritt zerstört Korallen, die Jahrzehnte zum Wachsen brauchen. Zweitens: Die Sonne. Beim Schnorcheln treibst du oft eine Stunde und länger bäuchlings an der Oberfläche, und die ägyptische Sonne verbrennt dir dabei gnadenlos Rücken und Waden. Gegen Sonnenbrand am Rücken trage ich beim Schnorcheln immer ein UV-Rashguard – das schützt zuverlässiger als jede Creme und hält bei längeren Sessions auch noch angenehm warm.
Profi-Tipp von Marc
"Schnorchle am Hausriff einmal ganz früh am Morgen und einmal am späten Nachmittag – das sind zwei völlig verschiedene Riffe. Morgens jagen Makrelen in der Flachzone, nachmittags kommen die Schildkröten zum Fressen an die Kante. Und halte dich an der Riffkante immer leicht seitlich, nie direkt über den Korallen: Wenn Wellen kommen, hast du sonst keinen Puffer nach unten."
Sataya Reef: Tagesausflug zu den Spinnerdelfinen
Wenn du einen einzigen Bootsausflug in deinem Marsa-Alam-Urlaub machst, dann diesen: Sataya Reef, besser bekannt als Dolphin House, liegt weit im Süden und ist eine riesige, hufeisenförmige Lagune – der Ruheplatz einer großen Schule Spinnerdelfine. Die Tiere ziehen sich nach der nächtlichen Jagd in das geschützte Flachwasser zurück, und mit Respekt und ruhigem Verhalten schnorchelst du hier mit wilden Delfinen in kristallklarem Wasser mit 25 bis 30 Metern Sicht.
Der Tagesausflug ab Marsa Alam kostet ca. 50–70 Euro und startet früh – meist wirst du zwischen 5 und 6 Uhr am Hotel abgeholt, denn die Fahrt zum südlichen Ablegehafen und weiter zum Riff dauert ihre Zeit. Es lohnt sich: Vormittags sind die Chancen auf die Delfinschule am besten. Auch hier gelten die HEPCA-Regeln – nicht hinterherschwimmen, nicht anfassen, die Ruhezone der Tiere respektieren. Wie so ein Delfin-Tag im Detail abläuft und welcher Anbieter seriös arbeitet, liest du in meinem Beitrag zum Schwimmen mit Delfinen in Ägypten.
Beste Zeit, Ausrüstung und praktische Tipps
Schnorcheln in Marsa Alam funktioniert ganzjährig. Im Sommer hat das Wasser badewannenwarme 28–30 °C, im Winter kühlt es auf 22–24 °C ab – dann ist ein 3-mm-Shorty oder dünner Neoprenanzug angenehm. Die Sicht liegt fast immer zwischen 15 und 30 Metern, Weltklasse für Schnorchler. Am angenehmsten reist du von März bis Juni und September bis November; im Hochsommer klettert die Lufttemperatur auf 35–40 °C – dann heißt es: viel trinken, Mittagssonne meiden, konsequenter UV-Schutz.
Beim Equipment habe ich eine klare Meinung: Spar dir die Leihmaske. Nichts ruiniert den Moment mit der Seekuh so zuverlässig wie eine volllaufende, beschlagene Maske aus dem Hotelverleih. Ein eigenes, gut sitzendes Cressi Maske-Schnorchel-Set kostet weniger als zwei Tagesausflüge und passt in jeden Koffer. Dazu gehören für mich Flossen mit geschlossenem Fußteil (gegen scharfe Korallen an den Einstiegen) und eine reef-safe Sonnencreme mit LSF 50+ – chemische Filter schädigen Korallen und Seegras, und gerade in den flachen Buchten kommt alles, was du aufträgst, direkt im Ökosystem an.
Die Anreise ist unkompliziert: Der Flughafen Marsa Alam (RMF) wird direkt aus Deutschland angeflogen, die Transfers zu den Hotels dauern je nach Lage 10 bis 60 Minuten. Wer neben dem Schnorcheln auch mit der Flasche abtauchen oder sogar den Tauchschein machen will, findet in der Region einige der besten Riffe Ägyptens – von Elphinstone bis zu den Hausriffen von Marsa Shagra. Einen kompletten Überblick über Spots, Basen und Saison gibt dir mein großer Guide zum Tauchen in Marsa Alam.
Häufige Fragen
Wo kann man in Marsa Alam mit Dugongs schnorcheln?+
Die besten Chancen hast du in der Seegrasbucht von Abu Dabbab, rund 30 km nördlich von Marsa Alam, sowie mit etwas Glück in Marsa Mubarak bei Port Ghalib. Eine Garantie gibt es nie – der Dugong ist ein scheues Wildtier. Grüne Meeresschildkröten siehst du in beiden Buchten dagegen fast immer. Früh morgens sind die Sichtungschancen am größten.
Was kostet der Eintritt in Abu Dabbab?+
Für den bewachten Strandzugang zahlst du ca. 10–15 Euro pro Person. Organisierte Tagestouren ab Hotel inklusive Transfer, Guide und meist Mittagessen kosten ca. 30–45 Euro. Die Preise ändern sich immer wieder leicht – kläre die aktuellen Konditionen am besten vorab mit deinem Hotel oder der Tauchbasis.
Wann ist die beste Zeit zum Schnorcheln in Marsa Alam?+
Schnorcheln geht ganzjährig: Im Sommer hat das Wasser 28–30 °C, im Winter 22–24 °C. Am angenehmsten sind März bis Juni und September bis November – warmes Wasser bei erträglichen Lufttemperaturen. Im Hochsommer wird es an Land mit 35–40 °C sehr heiß, dafür ist das Meer am wärmsten. Die Sicht liegt fast immer bei hervorragenden 15–30 Metern.
Braucht man eine eigene Schnorchelausrüstung?+
Pflicht ist sie nicht – Hotels und Tauchbasen verleihen Masken und Flossen. Ich empfehle trotzdem ein eigenes, gut sitzendes Maske-Schnorchel-Set: Leihmasken laufen oft voll oder beschlagen, und genau das ruiniert den Moment mit Schildkröte oder Dugong. Dazu gehören ein UV-Shirt gegen Sonnenbrand am Rücken und reef-safe Sonnencreme für das flache Wasser.
Ist Schnorcheln in Marsa Alam für Kinder geeignet?+
Ja, sehr gut sogar. Die Buchten von Abu Dabbab und Marsa Mubarak sowie viele Hotel-Hausriffe sind flach, geschützt und ohne nennenswerte Strömung – ideal für Kinder mit Schwimmweste und für unsichere Schwimmer. Wichtig sind Aufsicht, konsequenter Sonnenschutz und die Regel, sich nie auf das Riff zu stellen. Der bewachte Strand von Abu Dabbab mit markierten Schwimmzonen ist besonders familienfreundlich.
