Abu Dabbab Dugong hautnah: In der Bucht bei Marsa Alam triffst du Seekühe & Riesenschildkröten. Alle Infos zu Spots, Saison & Verhalten – jetzt lesen!
Auf einen Blick
- Ort: Bucht von Abu Dabbab, rund 30 km nördlich von Marsa Alam
- Anfahrt: ca. 35–40 Min. vom Flughafen Marsa Alam (RMF); Tagesausflug oder Hotel an der Bucht
- Tiefe: Schnorchelbereich 1–5 m, Riffkanten fallen auf ca. 15–18 m ab
- Highlights: wilde Dugongs (Seekühe) & große Suppenschildkröten über Seegraswiese
- Level: Schnorchler, Einsteiger und entspannte Foto-Taucher
- Beste Reisezeit: ganzjährig; Wasser 22–28 °C → 3 mm Neopren, im Hochsommer Shorty
Was macht Abu Dabbab so besonders?
Abu Dabbab ist eine flache, geschützte Sandbucht rund 30 Kilometer nördlich von Marsa Alam – und einer der wenigen Orte weltweit, an denen du realistisch einem wilden Abu Dabbab Dugong begegnest. Über der ausgedehnten Seegraswiese grasen diese friedlichen Seekühe zusammen mit großen Grünen Meeresschildkröten. Weil das Wasser über weite Strecken nur wenige Meter tief ist, eignet sich die Bucht gleichermaßen für Schnorchler und Taucher.
Wo liegt Abu Dabbab und wie kommst du hin?
Die Bucht von Abu Dabbab liegt an der Südküste des ägyptischen Roten Meeres, etwa 30 Kilometer nördlich des Ortskerns von Marsa Alam. Der große Vorteil: Vom internationalen Flughafen Marsa Alam (RMF) bist du in nur rund 35 bis 40 Minuten an der Bucht. Du erreichst Abu Dabbab entweder als klassischen Tagesausflug von den umliegenden Tauchbasen oder du wohnst gleich in einem der Hotels, die direkt an der Bucht liegen.
Der Aufbau der Bucht ist ideal: Ein flacher, heller Sandboden zieht sich vom Strand hinaus, durchsetzt von einer großen Seegraswiese – der Speisekammer der Seekühe. Links und rechts begrenzen zwei Riffkanten die Bucht, an denen das bunte Korallenleben beginnt. Ein- und Ausstieg erfolgen bequem als Shore-Dive direkt vom Strand, ganz ohne Boot. Genau diese Kombination – Seegras für die Großtiere, Riff für die Kleinen, alles vom Ufer erreichbar – macht Abu Dabbab so einzigartig.
Der Star der Bucht: Dugong Dean & seine Verwandten
Der berühmteste Bewohner von Abu Dabbab ist ein Dugong, den die Guides über die Jahre liebevoll „Dean" getauft haben. Der Dugong – auch Seekuh oder Gabelschwanzseekuh genannt – ist ein reiner Pflanzenfresser, der sich fast ausschließlich von Seegras ernährt. Ausgewachsene Tiere werden bis zu 3 Meter lang und rund 400 Kilogramm schwer. In Abu Dabbab weiden sie das Seegras in etwa 3 bis 12 Metern Tiefe ab und pflügen dabei mit ihrer Schnauze regelrechte Furchen in die Wiese.
Für Schnorchler ist das ein Glücksfall: Als Säugetier muss der Dugong regelmäßig auftauchen, um zu atmen – meist alle paar Minuten steigt er zur Oberfläche. So kannst du das Tier auch vom Wasserspiegel aus beobachten, ganz ohne Flasche. Eines muss ich aber ehrlich sagen: Eine Sichtung ist niemals garantiert. Der Dugong ist ein Wildtier, kein Zoobewohner. Manche Tage lässt er sich stundenlang blicken, an anderen zieht er in eine Nachbarbucht. Geh mit realistischer Erwartung ins Wasser – dann ist jede Begegnung ein Geschenk und keine Enttäuschung.
Ein Wort zum Verhalten der Seekuh, das viele überrascht: Der Dugong ist trotz seiner Größe erstaunlich sanftmütig und lässt sich von ruhigen Beobachtern kaum stören. Oft wird er von einem Trupp Schnauzen-Barsche und Fahnenbarsche begleitet, die die beim Grasen aufgewirbelten Kleintiere fressen – ein kleines Ökosystem, das mit ihm über die Wiese zieht. Beeindruckend ist auch, wie effizient er frisst: Ein ausgewachsener Dugong verputzt am Tag zweistellige Kilogramm-Mengen Seegras. Genau deshalb ist die intakte Seegraswiese von Abu Dabbab so kostbar – ohne sie gäbe es hier keine Seekühe. Jeder Flossenschlag, der die Wiese aufwühlt, greift direkt in ihre Lebensgrundlage ein.
Profi-Tipp von Marc
"Ich habe Abu Dabbab über die Jahre unzählige Male betaucht und beschnorchelt. Mein wichtigster Rat: Frag am Strand die Guides, wo der Dugong zuletzt gesehen wurde, und geh dann früh und leise ins Wasser. Panisches Hinterherpaddeln vertreibt ihn sofort. Wer ruhig über der Seegraswiese schwebt und wartet, wird viel öfter belohnt."
Verhaltensregeln beim Dugong (Pflicht)
Damit es diese Begegnungen auch in zehn Jahren noch gibt, gelten in Abu Dabbab klare Regeln – halte dich unbedingt daran:
- Mindestabstand halten: Bleib mehrere Meter entfernt und dränge dich dem Tier nie auf.
- Nicht verfolgen: Schwimm nicht hinterher, wenn der Dugong sich entfernt – lass ihn ziehen.
- Nicht überschwimmen: Halte dich seitlich, nie direkt über dem Tier, damit sein Weg zur Oberfläche frei bleibt.
- Nicht anfassen: Berührungen sind tabu – für das Tier und für dich.
- Keine Nah-Blitzfotos: Der Blitz stresst die Seekuh; fotografiere aus Abstand mit vorhandenem Licht.
- Fluchtweg frei lassen: Umzingle den Dugong nie in der Gruppe – er muss jederzeit ungehindert weiterziehen können.
- Seegras schonen: Wühle mit deinen Flossen keinen Sand und kein Seegras auf – das trübt das Wasser und zerstört die Nahrungsgrundlage.
Riesenschildkröten und was sonst noch lebt
Selbst wenn sich der Dugong an deinem Tag rar macht: Die zweiten Stars der Bucht sind fast immer da. Große Suppenschildkröten (Chelonia mydas), auch Grüne Meeresschildkröten genannt, grasen ebenfalls auf der Seegraswiese und lassen sich beim Fressen wunderbar beobachten. Die Trefferquote ist hier so hoch, dass ich mich kaum an einen Abu-Dabbab-Tag ohne Schildkröte erinnern kann.
Dazu kommt jede Menge Nebendarsteller: Im hellen Sand liegt oft ein gut getarnter Gitarrenrochen – halb Hai, halb Rochen –, den man leicht übersieht. Tintenfische ziehen farbwechselnd über den Grund, und an den beiden Riffkanten patrouillieren Barrakudas und der ein oder andere neugierige Napoleon-Lippfisch. Die Riffe selbst tragen einen hübschen Mix aus Hart- und Weichkorallen und bieten den klassischen Rote-Meer-Bilderbuchbewuchs.
Mein Tipp: Unterschätze die beiden Riffkanten nicht, nur weil alle wegen des Dugongs kommen. Gerade das Nordriff ist mit seinen Überhängen und kleinen Grotten überraschend lebendig – Glasfischschwärme stehen in den Nischen, Muränen lugen aus den Spalten, und morgens jagen hier oft kleine Trupps Makrelen. Wenn der Dugong sich gerade nicht zeigt, wechsle einfach das Ziel und tauche die Riffkante ab; die Zeit ist nie verschenkt. Die Grüne Meeresschildkröte übrigens trägt ihren deutschen Namen nicht wegen des Panzers, sondern wegen des grünlich gefärbten Körperfetts – eine Folge ihrer pflanzlichen Seegras-Diät. Wer die Tierwelt der Region liebt, für den ist Abu Dabbab die perfekte Ergänzung zu einem Ausflug zum Schwimmen mit Delfinen in Ägypten.
Tauchen vs. Schnorcheln in Abu Dabbab
Das Schöne an Abu Dabbab: Beide Welten funktionieren hier hervorragend – du musst kein Gerätetaucher sein, um die Highlights zu sehen.
Für Schnorchler beginnt das Abenteuer direkt am Strand. Die Seegraswiese liegt oberflächennah, das Wasser ist über weite Strecken nur 1 bis 5 Meter tief und ruhig – ideal für Familien und alle, die sich ohne Ausbildung ins Wasser trauen. Weil Dugong und Schildkröte zum Atmen bzw. Grasen ohnehin flach bleiben, siehst du als Schnorchler oft genauso viel wie ein Taucher. Wichtig ist nur gut sitzendes Equipment. Ich empfehle ein bequemes, dicht abschließendes Cressi Maske-Schnorchel-Set – nichts nervt mehr als eine ständig volllaufende Leihmaske, während gerade die Seekuh vorbeischwebt.
Für Taucher lohnt der Vorstoß an die beiden Riffkanten, wo es auf maximal etwa 15 bis 18 Meter abfällt. Die Strömung ist in der geschützten Bucht meist gering, was Abu Dabbab zu einem entspannten Foto- und Übungs-Tauchgang macht. Die Wassertemperatur liegt im Sommer bei angenehmen 27 bis 28 °C und im Winter bei rund 22 bis 23 °C. Für die meisten reicht ein 3 mm Neoprenanzug; im Hochsommer genügt vielen sogar ein Shorty. Mehr zu den Spots der Region findest du in meinem kompletten Marsa-Alam-Guide.
Beste Zeit, Kosten und praktische Tipps
Abu Dabbab lässt sich ganzjährig besuchen – die Bucht ist geschützt und selten von schlechtem Wetter betroffen. Mein wichtigster Tipp betrifft die Uhrzeit: Komm früh morgens, bevor die Tagestour-Busse anrollen. Dann ist die Bucht ruhig, das Wasser noch nicht aufgewühlt und die Sicht mit etwa 15 bis 25 Metern am besten. Ab dem späten Vormittag wird es voll, und viele Flossenschläge trüben die Seegraswiese ein.
Für den Zugang zur Bucht fällt in der Regel eine Nationalpark- bzw. Bucht-Gebühr an. Die genaue Höhe variiert und ändert sich immer wieder – rechne mit einem kleinen, überschaubaren Betrag pro Person und kläre die aktuellen Konditionen vorab mit deiner Tauchbasis oder dem Hotel. Ansonsten gilt: Reef-safe Sonnencreme ist im flachen Wasser Pflicht. Chemische Filter schädigen Korallen und Seegras – ich nutze ausschließlich eine riffschonende Sonnencreme, gerade weil man hier so lange an der Oberfläche treibt.
Und noch ein Praxistipp gegen den größten Feind beim stundenlangen Schnorcheln: den Sonnenbrand auf dem Rücken. Weil man beim Beobachten der Seekuh bäuchlings und regungslos an der Oberfläche liegt, brennt die ägyptische Sonne gnadenlos. Ich ziehe deshalb immer ein Scubapro Rash Guard UV-Shirt (UPF 50) an – es schützt zuverlässig, spart Sonnencreme und wärmt bei längeren Aufenthalten im Wasser zusätzlich. Wer Abu Dabbab mit weiteren Seegras- und Riffspots kombinieren will, findet in meinem Schnorchel-Guide für Marsa Alam die passenden Empfehlungen.
Häufige Fragen
Sieht man in Abu Dabbab garantiert einen Dugong?+
Nein, eine Garantie gibt es nicht. Der Dugong ist ein Wildtier und kein Zoobewohner – manche Tage lässt er sich stundenlang blicken, an anderen zieht er in eine Nachbarbucht. Schildkröten dagegen siehst du fast immer. Die besten Chancen auf eine Seekuh hast du früh am Morgen, wenn die Bucht noch ruhig und das Wasser klar ist.
Kann man in Abu Dabbab auch nur schnorcheln?+
Ja, hervorragend sogar. Die Seegraswiese liegt flach und oberflächennah direkt am Strand, das Wasser ist über weite Strecken nur 1 bis 5 Meter tief und ruhig – ideal für Familien und Einsteiger. Weil Dugong und Schildkröte ohnehin flach grasen bzw. zum Atmen auftauchen, siehst du als Schnorchler oft genauso viel wie ein Gerätetaucher.
Wie tief ist die Bucht von Abu Dabbab?+
Der zentrale Schnorchel- und Seegrasbereich ist mit 1 bis 5 Metern sehr flach. An den beiden seitlichen Riffkanten fällt der Grund auf etwa 15 bis 18 Meter ab – das ist der interessante Bereich für Gerätetaucher. Die Dugongs weiden meist in 3 bis 12 Metern Tiefe.
Wann ist die beste Zeit für Abu Dabbab?+
Abu Dabbab lässt sich ganzjährig besuchen, da die Bucht geschützt liegt. Am besten kommst du früh morgens, bevor die Tagesausflügler eintreffen: Dann ist die Bucht ruhig, das Wasser klar und die Sicht mit 15 bis 25 Metern am besten. Ab dem späten Vormittag wird es voll und die Seegraswiese trübt ein.
Welche Ausrüstung brauche ich für Abu Dabbab?+
Für Schnorchler reicht ein gut sitzendes Maske-Schnorchel-Set. Dazu empfehle ich einen 3 mm Neoprenanzug (im Hochsommer genügt ein Shorty), reef-safe Sonnencreme für das flache Wasser und ein UV-Shirt (UPF 50) gegen Sonnenbrand beim langen Treiben an der Oberfläche. Gerätetaucher bringen zusätzlich ihre gewohnte Tauchausrüstung mit.
