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Tauchen in Marsa Alam: Der komplette Guide für den Süden
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Reiseziele 13. Juli 2026 Marc 12 Min. Lesezeit

Tauchen in Marsa Alam: Der komplette Guide für den Süden

Tauchen in Marsa Alam: beste Spots, Dugongs & Delfine, Reisezeit und Ausrüstung. Marcs kompletter Guide für Ägyptens ruhigen Süden am Roten Meer.

Auf einen Blick

  • Ort: Südägypten am Roten Meer, rund 270 km südlich von Hurghada
  • Anreise: Eigener Flughafen Marsa Alam (RMF), 10–60 Min. zu den Hotels
  • Highlights: Elphinstone, Abu Dabbab (Dugongs), Dolphin House Samadai, Hausriffe
  • Level: von Schnorcheln & Anfänger bis Deep-Süd-Safari – alles dabei
  • Wasser: 22–29 °C ganzjährig → 3 mm Neopren reicht
  • Beste Zeit: März–Juni & September–November; Hai-Saison Elphinstone: Okt–Dez

Was macht Tauchen in Marsa Alam besonders?

Tauchen in Marsa Alam bedeutet: intakte Korallengärten, Großfisch-Begegnungen und deutlich weniger Trubel als im Norden. Der Süden Ägyptens ist noch immer ursprünglicher als Hurghada oder Sharm – hier tauchst du an Riffen, die viele Hausriffe erst vom Steg aus erreichen, und triffst mit etwas Glück Dugongs, Delfine und im Herbst Hochseehaie. Wer Rotes Meer abseits der Menschenmassen sucht, ist in Marsa Alam goldrichtig. In über 2.000 Tauchgängen im Roten Meer sind mir wenige Regionen so ans Herz gewachsen wie dieser Küstenstreifen zwischen Port Ghalib und Hamata.

Wo liegt Marsa Alam – und wie kommst du hin?

Marsa Alam liegt rund 270 Kilometer südlich von Hurghada an der ägyptischen Rote-Meer-Küste. Der große Vorteil: ein eigener internationaler Flughafen (RMF), der direkt von vielen deutschen Städten angeflogen wird. Statt drei bis vier Stunden Bustransfer wie früher bist du je nach Hotel in 10 bis 60 Minuten am Zimmer. Die Tauchbasen verteilen sich über einen langen Küstenstreifen – von Port Ghalib und El Quseir im Norden über den Ortskern bis hinunter nach Marsa Egla, Wadi Lahami und Hamata im tiefen Süden. Viele Resorts liegen direkt an eigenen Hausriffen, was Marsa Alam zu einem der entspanntesten Tauchziele Ägyptens macht.

Die besten Tauchspots rund um Marsa Alam

Die Bandbreite ist enorm: von seichten Seegraswiesen für Schnorchler bis zum berüchtigten Steilwand-Drift für erfahrene Taucher. Hier meine wichtigsten Spots.

Elphinstone Reef – der Klassiker für Fortgeschrittene

Kein Riff steht so für Marsa Alam wie Elphinstone. Der schmale Riffrücken fällt an beiden Seiten steil in die Tiefe ab und ist berühmt für seine Weichkorallen und die Chance auf Longimanus (Weißspitzen-Hochseehaie), vor allem von Oktober bis Dezember. Wegen der oft kräftigen Strömung ist Elphinstone ein Drift-Tauchgang für Advanced-Taucher – die Details, den berüchtigten Südplateau-Bogen und meine Sicherheitshinweise habe ich im eigenen Elphinstone-Guide zusammengefasst. Eine eigene Signalboje ist hier Pflicht.

Abu Dabbab – Dugongs und Riesenschildkröten

Die flache Bucht von Abu Dabbab ist mit ihren ausgedehnten Seegraswiesen einer der wenigen Orte weltweit, an denen du realistisch einem Dugong (Seekuh) begegnest. Dazu grasen hier riesige Grüne Meeresschildkröten, und im Sand versteckt sich der skurrile Gitarrenrochen. Weil das Wasser über weite Strecken nur wenige Meter tief ist, eignet sich Abu Dabbab hervorragend für Schnorchler, Einsteiger und lange, entspannte Foto-Tauchgänge.

Sha'ab Samadai – das Dolphin House

Das hufeisenförmige Riff Sha'ab Samadai südlich von Marsa Alam ist als „Dolphin House" bekannt: In der geschützten Lagune ruht tagsüber häufig eine Schule Spinnerdelfine. Der Zugang ist streng reguliert und in Zonen unterteilt, um die Tiere nicht zu stören – Schnorcheln ist nur im dafür freigegebenen Bereich erlaubt. Rund um das Riff liegen zusätzlich schöne Korallentürme und kleine Höhlen für den Tauchgang.

Marsa Mubarak & die Hausriffe

Die Bucht Marsa Mubarak nördlich des Orts ist ein echtes Multitalent: Seegras mit Schildkröten und Seekühen, ein Mangroven-Ausläufer und zwei Korallenblöcke, an denen regelmäßig Delfine vorbeischauen. Und dann sind da die vielen Hausriffe der Resorts – oft nur einen Stegabgang entfernt. Ein intaktes Hausriff direkt vor der Tür ist für mich einer der größten Trümpfe von Marsa Alam: unbegrenzte Tauchzeit, kein Bootsstress, ideal zum Üben und für den Sonnenuntergangstauchgang.

Profi-Tipp von Marc

"Plane in Marsa Alam mindestens einen Tag rein fürs Hausriff. Während alle anderen im Bus zum Bootssteg sitzen, mache ich einen frühen Tauchgang vom Steg, wenn das Riff noch ruhig ist und die Nachtjäger gerade abtauchen. Diese stille Stunde bei Sonnenaufgang ist oft der beste Tauchgang der ganzen Woche."

Megafauna: Dugongs, Delfine und Hochsee-Begegnungen

Der eigentliche Grund, warum viele Taucher den weiten Weg nach Süden auf sich nehmen, sind die Großtiere. Marsa Alam ist eine der zuverlässigsten Regionen Ägyptens für Begegnungen, die anderswo Glückssache sind:

  • Dugongs: Die scheuen Seekühe grasen an mehreren Seegras-Buchten der Region, allen voran Abu Dabbab.
  • Spinnerdelfine: Am Dolphin House Samadai, aber auch an Marsa Mubarak und auf den Wegen zu den Offshore-Riffen.
  • Longimanus: An Elphinstone im Herbst und frühen Winter; Hammerhaie eher an den Offshore-Riffen wie Daedalus im tiefen Süden.
  • Schildkröten: Grüne Meeresschildkröten sind an den Seegraswiesen fast garantiert.

Wer den Süden noch weiter auskosten will, findet in den abgelegenen Riffen um Hamata und Wadi Lahami und auf den Fernsafaris zu den Fury Shoals und St. John's die volle Portion Wildnis. Und wenn dich die ganz großen Fische reizen, lohnt ein Blick in meinen Guide zu den Walhaien im Roten Meer.

Beste Reisezeit & Wassertemperatur

Marsa Alam lässt sich das ganze Jahr betauchen. Die angenehmsten Fenster sind März bis Juni und September bis November – mildes Klima über Wasser, warmes Wasser und gute Sicht. Im Hochsommer (Juli/August) wird es an Land sehr heiß, dafür ist das Wasser mit bis zu 29 °C am wärmsten. Der Winter (Dezember bis Februar) ist mild, das Wasser kühlt auf rund 22 °C ab. Speziell für Elphinstone gilt: Die beste Chance auf Longimanus hast du von Oktober bis Dezember.

Bei Wassertemperaturen zwischen 22 und 29 °C reicht ganzjährig ein 3 mm Neoprenanzug. Nur wer schnell friert oder mehrere Tauchgänge am Tag macht, greift im Winter zu 5 mm. Ich tauche in Marsa Alam fast das ganze Jahr im 3 mm Cressi Morea Anzug – warm genug für die langen Foto-Tauchgänge an den Seegraswiesen, ohne dass man wie ein Michelin-Männchen im Wasser hängt. Welche Stärke wann passt, erkläre ich ausführlich in meiner Übersicht zur besten Reisezeit für Ägypten.

Für wen eignet sich Marsa Alam?

Das Schöne an Marsa Alam ist die Spannweite. Einsteiger und Familien finden an den flachen Buchten und Hausriffen ideale Bedingungen: warmes, ruhiges Wasser, viel Leben schon in geringer Tiefe und kurze Wege. Wer hier den Tauchschein macht, hat gleich das Rote Meer als Klassenzimmer. Fortgeschrittene und Vieltaucher zieht es zu den Strömungs-Drifts an Elphinstone und auf die Fernsafaris in den Deep South. Und Schnorchler kommen an Abu Dabbab und Samadai voll auf ihre Kosten – nicht ohne Grund ist das Schnorcheln hier ein eigenes Thema in meinem Schnorchel-Guide für Marsa Alam.

Marcs Ausrüstungstipps für Marsa Alam

Maske, Regler und Computer bringe ich grundsätzlich selbst mit – geliehenes Equipment ist an den Basen ordentlich, aber die Passform der eigenen Ausrüstung ist unbezahlbar. Für Marsa Alam habe ich zwei besondere Empfehlungen:

Erstens die Kamera. Dugongs, Delfine und Schildkröten fotografiert man nicht jeden Tag – und wenn der Moment kommt, will man vorbereitet sein. Ich empfehle Einsteigern die robuste OM System Tough TG-7: bis 15 Meter ohne Gehäuse wasserdicht, mit starkem Makro-Modus für die Riffbewohner und robust genug für den Stegeinstieg. Für die flachen, gut beleuchteten Seegraswiesen von Abu Dabbab ist sie perfekt.

Zweitens ein zuverlässiger Tauchcomputer. Wer mehrere Tauchgänge am Tag am Hausriff macht, braucht seine Nullzeiten sauber im Blick. Der Suunto Zoop Novo ist ein zuverlässiger Allrounder, den ich vielen Gästen für genau solche Mehr-Tauchgang-Tage empfehle – großes, gut ablesbares Display und Nitrox-tauglich. Und für Elphinstone gilt wie überall im Süden: eine eigene Signalboje gehört zwingend ins Gepäck.

Marcs Fazit

Marsa Alam ist für mich das Rote Meer, wie es viele im Kopf haben, bevor sie zum ersten Mal in Hurghada landen: ruhig, ursprünglich, voller Leben. Die Kombination aus intakten Hausriffen, den Seekühen von Abu Dabbab, den Delfinen von Samadai und dem Adrenalin-Drift an Elphinstone gibt es in dieser Dichte nur hier im Süden. Nimm dir Zeit, mische Bootstage mit ruhigen Hausriff-Tauchgängen – und lass den Süden auf dich wirken. Ich komme immer wieder zurück.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für Marsa Alam?+

Die angenehmsten Fenster sind März bis Juni und September bis November – mildes Klima, warmes Wasser und gute Sicht. Im Hochsommer ist das Wasser mit bis zu 29 °C am wärmsten, an Land aber sehr heiß. Der Winter ist mild und das Wasser kühlt auf rund 22 °C ab. Für die beste Chance auf Hochseehaie an Elphinstone sind Oktober bis Dezember ideal.

Kann man in Marsa Alam Dugongs sehen?+

Ja. Die Seegras-Bucht von Abu Dabbab ist einer der wenigen Orte weltweit, an denen man realistisch einem Dugong (Seekuh) begegnet. Auch an anderen Seegraswiesen der Region wie Marsa Mubarak grasen die scheuen Tiere. Eine Garantie gibt es nie, doch die Chancen stehen in Marsa Alam so gut wie kaum irgendwo sonst.

Ist Marsa Alam für Tauchanfänger geeignet?+

Absolut. Die flachen Buchten und die vielen Hausriffe bieten warmes, ruhiges Wasser mit viel Leben schon in geringer Tiefe und kurzen Wegen – ideal für den Tauchkurs und die ersten Tauchgänge. Anspruchsvolle Strömungsspots wie Elphinstone sind dagegen erfahrenen Advanced-Tauchern vorbehalten.

Welchen Neoprenanzug brauche ich in Marsa Alam?+

Bei Wassertemperaturen zwischen 22 und 29 °C reicht ganzjährig ein 3 mm Neoprenanzug. Nur wer schnell friert oder mehrere Tauchgänge am Tag macht, greift im Winter (Dezember bis Februar) zu 5 mm. Einen Trockenanzug braucht im Roten Meer niemand.

Wie kommt man nach Marsa Alam?+

Marsa Alam hat einen eigenen internationalen Flughafen (RMF), der direkt von vielen deutschen Städten angeflogen wird. Der Transfer zu den Hotels dauert je nach Lage nur 10 bis 60 Minuten – deutlich kürzer als der frühere lange Bustransfer ab Hurghada, das rund 270 km nördlich liegt.

Über den Autor

🤿

Marc

PADI Divemaster · Rotes Meer

Seit Jahren tauche ich im Roten Meer und kenne jeden Spot, jede Strömung. Mein Ziel: dir den perfekten Tauchurlaub zu ermöglichen.

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