PADI Open Water in Ägypten: Was der Kurs 2026 in Hurghada, Dahab & Marsa Alam kostet, wie er abläuft und wo du ihn am besten machst. Jetzt lesen!
Auf einen Blick
- Kosten: ca. 330–450 € inkl. Leihausrüstung, Material & Zertifizierung
- Dauer: 3–4 Tage (mit E-Learning vorab auch kompakter)
- Beste Orte: Hurghada, Dahab, Marsa Alam, Sharm el-Sheikh
- Maximale Tiefe: 18 m (Open Water Diver), Junior OWD ab 10 Jahren
- Wasser: 22–28 °C ganzjährig → 3 mm Neopren reicht
- Sichtweiten: 20–40 m – bessere Lernbedingungen gibt es kaum
Was kostet der PADI Open Water in Ägypten?
Der PADI Open Water Diver kostet in Ägypten 2026 je nach Ort und Tauchschule zwischen 330 und 450 Euro – inklusive Leihausrüstung, Lernmaterial und Zertifizierungsgebühr. Am günstigsten lernst du in Dahab (ab ca. 330 €), in Hurghada und El Gouna liegst du meist bei 350 bis 420 €, in Marsa Alam und Sharm el-Sheikh bei 380 bis 450 €. Der Kurs dauert 3 bis 4 Tage und macht dich zum weltweit anerkannten Taucher bis 18 Meter Tiefe.
Zum Vergleich: In Deutschland zahlst du für denselben Kurs schnell 500 bis 700 Euro – und machst deine Freiwassertauchgänge dann im 8 Grad kalten Baggersee mit zwei Metern Sicht. Im Roten Meer lernst du bei 22 bis 28 °C Wassertemperatur und 20 bis 40 Metern Sichtweite, umgeben von Korallenriffen. Ich habe in über 2.000 Tauchgängen im Roten Meer unzählige Kursgruppen beobachtet, und eines kann ich dir versichern: Es gibt kaum einen besseren Ort auf der Welt, um tauchen zu lernen.
So läuft der Kurs ab: In 3–4 Tagen vom Pool ins Freiwasser
Der Open Water Diver ist der weltweit meistabsolvierte Tauchkurs – und PADI hat den Ablauf über Jahrzehnte perfektioniert. Er besteht aus drei Bausteinen: Theorie, geschütztes Flachwasser (Pool oder poolähnliche Bucht) und vier Freiwassertauchgängen.
Theorie & E-Learning: Erledige das schon zu Hause
Die Theorie umfasst fünf Kapitel – Physik, Ausrüstung, Tauchgangsplanung, Umwelt und Sicherheit – plus einen Abschlusstest. Mein dringender Rat: Buch das PADI eLearning und arbeite die Kapitel vor dem Urlaub durch. Das kostet dich zu Hause ein paar entspannte Abende auf dem Sofa und spart dir vor Ort einen kompletten Tag im Schulungsraum. Wer will schon bei 30 Grad Sonnenschein drinnen sitzen und Multiple-Choice-Fragen beantworten, während draußen das Rote Meer wartet?
Pool-Sessions: Die Grundfertigkeiten in Ruhe lernen
Im geschützten Flachwasser lernst du alle Grundfertigkeiten: Maske ausblasen, Atemregler wiederfinden, Tarierung kontrollieren, Wechselatmung mit dem Buddy. In Ägypten hat das einen schönen Nebeneffekt – viele Basen nutzen statt eines Pools eine flache Sandbucht am Hausriff. Du übst also von der ersten Minute an im Meer, oft schwimmen dir dabei schon die ersten Rotmeer-Fahnenbarsche um die Maske. Das nimmt vielen Einsteigern die Nervosität deutlich schneller als jedes Hallenbad.
Die 4 Freiwassertauchgänge: Jetzt wird es ernst (und schön)
An Tag 2 bis 4 folgen vier Freiwassertauchgänge, verteilt auf zwei Tage. Die ersten beiden gehen auf maximal 12 Meter, die letzten beiden auf bis zu 18 Meter. Du wiederholst die Übungen aus dem Flachwasser unter realen Bedingungen und lernst nebenbei, was Tauchen wirklich ausmacht: schwerelos über einem Korallengarten schweben. In Hurghada machst du diese Tauchgänge meist vom Tagesboot an Riffen wie Gota Abu Ramada, in Dahab steigst du direkt vom Ufer ins Wasser. Wie sich das anfühlt, habe ich in meinem Guide Tauchen lernen in Hurghada ausführlich beschrieben.
Preisvergleich 2026: Hurghada vs. Dahab vs. Marsa Alam vs. Sharm
Die Preisunterschiede zwischen den Regionen sind real – aber der Preis allein sollte nie das einzige Kriterium sein. Hier meine Einschätzung nach Jahren an ägyptischen Basen:
- Dahab (ab ca. 330–380 €): Der günstigste und entspannteste Ort zum Tauchenlernen. Alle Einstiege vom Ufer, kein Bootsstress, lockere Backpacker-Atmosphäre am Sinai. Ideal, wenn du Ruhe und kleine Gruppen suchst.
- Hurghada & El Gouna (ca. 350–420 €): Die größte Auswahl an Tauchschulen, viele davon deutschsprachig geführt. Freiwassertauchgänge vom Boot an vorgelagerten Riffen – du lernst gleich den klassischen Tagesboot-Ablauf kennen. Beste Fluganbindung aus Deutschland.
- Marsa Alam (ca. 380–450 €): Etwas teurer, dafür die unberührtesten Hausriffe Ägyptens. Wer nach dem Kurs Schildkröten und mit etwas Glück einen Dugong sehen will, ist hier richtig.
- Sharm el-Sheikh (ca. 380–450 €): Spektakuläre Riffe rund um den Ras-Mohammed-Nationalpark direkt vor der Tür – als frisch zertifizierter Taucher hast du hier sofort Weltklasse-Spots für die ersten eigenen Tauchgänge.
Was im Preis enthalten sein muss – und wo versteckte Kosten lauern
Ein seriöser Kurspreis enthält: komplette Leihausrüstung (inklusive 3 mm Neopren), Lernmaterial bzw. eLearning-Code, alle Pool- und Freiwassereinheiten sowie die PADI-Zertifizierungsgebühr für dein Brevet. Frag explizit nach, ob die Zertifizierungsgebühr (je nach Basis 50–90 €) inkludiert ist – das ist der häufigste Trick hinter verdächtig günstigen Lockangeboten. Weitere Posten, die gern extra berechnet werden: Bootsgebühren und Nationalparkgebühren (in Hurghada und Sharm üblich, 10–30 € pro Bootstag), das Logbuch (10–15 €), Fotos und Videos vom Kurs sowie Trinkgeld für die Crew. Rechne diese Positionen zusammen, bevor du Angebote vergleichst – sonst vergleichst du Äpfel mit Datteln.
Woran du eine gute Tauchschule erkennst
Der Unterschied zwischen einem großartigen und einem mittelmäßigen Kurs liegt selten am Preis, sondern fast immer an der Basis und am Instructor. Darauf würde ich an deiner Stelle achten:
- Gruppengröße: Maximal vier Schüler pro Instructor. Alles darüber bedeutet Wartezeit unter Wasser und weniger Aufmerksamkeit für dich. Die guten Basen garantieren das schriftlich.
- Deutschsprachige Instructoren: In Hurghada, El Gouna und Marsa Alam kein Problem – viele Basen sind deutsch geführt. Gerade bei Theorie und Sicherheitsbriefings ist die Muttersprache Gold wert.
- CDWS-Mitgliedschaft: Jedes legale Tauchcenter in Ägypten ist bei der Chamber of Diving and Watersports (CDWS) registriert. Das Zertifikat hängt sichtbar an der Basis – wenn nicht, frag nach oder geh weiter.
- Zustand der Leihausrüstung: Schau dir Atemregler und Jackets an, bevor du buchst. Ausgefranste Schläuche und salzverkrustete Automaten sind ein Warnsignal. Gepflegtes Equipment zeigt, wie die Basis auch mit deiner Sicherheit umgeht.
- Versicherung und Notfallkette: Frag, wie weit die nächste Dekokammer entfernt ist (Hurghada, Sharm und Marsa Alam haben eigene) und ob eine Tauchunfallversicherung wie DAN empfohlen oder angeboten wird.
Wenn du noch unsicher bist, ob Tauchen überhaupt dein Sport ist: Viele Basen bieten ein Schnuppertauchen (Discover Scuba Diving) für 50–80 € an, das bei anschließender Kursbuchung oft angerechnet wird. Mehr Entscheidungshilfen für deinen Einstieg findest du in meinem großen Anfänger-Guide für Ägypten.
Profi-Tipp von Marc
"Buch deinen Kurs nicht am Flughafen-Schalter und nicht beim Hotel-Animateur, sondern direkt bei der Tauchbasis – am besten nach einem persönlichen Besuch am ersten Urlaubstag. Du siehst sofort, wie dort gearbeitet wird, kannst den Instructor kennenlernen und sparst dir die Vermittlungsprovision. Und plane den Kurs an den Anfang des Urlaubs: Dann bleiben dir danach noch Tage für deine ersten eigenen Fun-Dives."
Eigene Ausrüstung für den Kurs: Was sich sofort lohnt
Du brauchst für den Open Water keine eigene Ausrüstung – die Leihausrüstung ist im Kurspreis enthalten. Drei Dinge nehme ich trotzdem in jede Empfehlung auf, weil sie den Kurs spürbar angenehmer machen:
1. Eine eigene Maske. Nichts nervt beim Lernen mehr als eine Leihmaske, die ständig Wasser zieht – genau dann, wenn du dich eigentlich auf die Übungen konzentrieren willst. Ich empfehle Einsteigern seit Jahren die Cressi F1: rahmenlos, weiches Silikon, passt auf fast jedes Gesicht und kostet weniger als ein Abendessen im Hotel. Eine gut sitzende Maske ist der größte Komfortgewinn, den du für kleines Geld bekommst.
2. Ein eigener Tauchcomputer. Im Kurs tauchst du noch unter direkter Aufsicht, aber spätestens beim ersten Fun-Dive danach willst du deine Nullzeit selbst im Blick haben. Der Cressi Leonardo ist der Klassiker für Einsteiger: ein Knopf, großes Display, glasklare Anzeige – und du loggst vom ersten Tauchgang an deine eigenen Daten statt die des Guides.
3. Ohrenpflege. Vier Tage mit mehreren Tauchgängen und Pool-Sessions sind für untrainierte Ohren eine echte Belastung. Eine beginnende Gehörgangsentzündung ist der häufigste Grund, warum Kursteilnehmer pausieren müssen. Ich nutze nach jedem Tauchtag Ear Pro Ohrentropfen – sie verdrängen das Restwasser aus dem Gehörgang und haben mir schon so manchen Urlaub gerettet.
Alles andere – Anzug, Jacket, Atemregler, Flossen – leihst du für den Kurs bedenkenlos bei der Basis. Ein 3 mm Neoprenanzug reicht im Roten Meer fast ganzjährig; nur von Dezember bis März greifen verfrorene Naturen zum 5 mm. Wann welche Bedingungen herrschen, liest du in meinem Artikel zur besten Reisezeit für Ägypten.
Mein Fazit: Der beste Ort der Welt für dein Brevet
Für 330 bis 450 Euro bekommst du in Ägypten einen Tauchschein, der dich weltweit auf 18 Meter bringt – gelernt bei warmem Wasser, grandioser Sicht und an Riffen, für die andere Taucher um die halbe Welt fliegen. Dahab ist die Wahl für Sparfüchse und Ruhesuchende, Hurghada für alle, die Auswahl und deutschsprachige Betreuung wollen, Marsa Alam und Sharm für alle, denen die spektakulärsten Riffe direkt nach der Zertifizierung wichtig sind. Egal wo: Vergleich die Leistungen statt nur die Preise, besteh auf kleinen Gruppen – und erledige die Theorie vorab per eLearning. Dann steht deinem Brevet im Roten Meer nichts mehr im Weg.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der PADI Open Water Kurs in Ägypten?+
Plane 3 bis 4 Tage ein. Wer die Theorie vorab per PADI eLearning zu Hause erledigt, schafft den Kurs vor Ort in 3 Tagen: ein halber bis ganzer Tag Flachwasser-Übungen plus vier Freiwassertauchgänge, verteilt auf zwei Tage. Ohne eLearning kommt etwa ein Tag Theorie im Schulungsraum dazu.
Kann ich den Tauchschein in Ägypten auf Deutsch machen?+
Ja, problemlos. In Hurghada, El Gouna, Safaga und Marsa Alam gibt es viele deutsch geführte Tauchbasen mit deutschsprachigen Instructoren, und das PADI-Lernmaterial inklusive eLearning und Abschlusstest ist komplett auf Deutsch verfügbar. Frag bei der Buchung explizit nach einem deutschsprachigen Kurstermin.
Was ist besser: PADI oder SSI?+
Inhaltlich sind beide Kurse nahezu identisch und beide Brevets werden weltweit anerkannt. PADI ist die bekannteste Organisation mit dem dichtesten Netz an Tauchschulen, SSI ist oft 20 bis 40 Euro günstiger, weil das digitale Lernmaterial kostenlos ist. Wichtiger als das Logo auf der Karte sind die Qualität der Tauchschule und des Instructors.
Brauche ich ein ärztliches Attest für den Tauchkurs in Ägypten?+
In der Regel reicht ein selbst ausgefüllter medizinischer Fragebogen. Nur wenn du dort eine Frage mit Ja beantwortest – etwa zu Asthma, Herzproblemen oder Ohren-OPs – brauchst du eine ärztliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung. Mein Rat: Kläre das vor der Abreise beim Arzt in Deutschland, denn vor Ort kostet die Untersuchung Zeit und Nerven.
Wie tief darf ich mit dem Open Water Brevet tauchen?+
Mit dem PADI Open Water Diver darfst du weltweit bis maximal 18 Meter tief tauchen, Junior Open Water Diver (10–11 Jahre) bis 12 Meter. Für viele der schönsten Riffe in Ägypten reicht das völlig. Wer tiefer will, etwa zu den großen Wracks, macht anschließend den Advanced Open Water mit einer Grenze von 30 Metern.
