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Unterwasser-Fotografie: Der Einstieg für Taucher
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Fotografie 15. Juli 2026 Marc 9 Min. Lesezeit

Unterwasser-Fotografie: Der Einstieg für Taucher

Unterwasser-Fotografie Einstieg leicht gemacht: GoPro, TG-7 oder Smartphone? Plus Rotfilter-Wissen und die 5 wichtigsten Foto-Regeln. Jetzt lesen!

Auf einen Blick

  • Einstiegs-Budget: ca. 400–550 € für ein komplettes Setup (Kamera + Gehäuse bzw. Action-Cam + Filter)
  • Die drei Wege: GoPro HERO13, OM System TG-7 mit UW-Gehäuse oder Smartphone im DiveVolk-Gehäuse
  • Wichtigstes Zubehör: Rotfilter ab 5 m Tiefe, Videolicht für Makro und Wracks
  • Beste Bedingungen: Rotes Meer mit 20–40 m Sicht und 22–28°C ganzjährig – ideales Lern-Revier
  • Regel Nummer 1: Tarierung vor Technik – ruhige Wasserlage schlägt jede teure Kamera

Das Rote Meer ist eines der dankbarsten Reviere der Welt, um mit der Unterwasser-Fotografie anzufangen: 20 bis 40 Meter Sichtweite, ganzjährig 22–28°C warmes Wasser und Korallenriffe, die schon ab drei Metern Tiefe in allen Farben leuchten. Meine ersten Unterwasser-Fotos habe ich vor vielen Jahren mit einer geliehenen Kompaktkamera am Hausriff von Safaga geschossen – unscharf, blaustichig und trotzdem der Anfang einer Leidenschaft. Nach über 2.000 Tauchgängen mit Kamera weiß ich heute: Der Einstieg ist viel einfacher und günstiger, als die Hochglanz-Fotos in den Magazinen vermuten lassen. In diesem Guide zeige ich dir, wie du ihn deutlich eleganter hinbekommst als ich damals.

Was brauchst du für den Einstieg in die Unterwasser-Fotografie?

Die kurze Antwort: Für den Einstieg in die Unterwasser-Fotografie reicht eine robuste Kompaktkamera mit Unterwassergehäuse (wie die OM System TG-7), eine GoPro HERO13 oder ein Tauchgehäuse für dein Smartphone (DiveVolk Seatouch). Rechne mit etwa 400 bis 550 Euro für ein komplettes Einsteiger-Setup. Wichtiger als jede Technik ist aber deine Tarierung: Nur wer ruhig und stabil im Wasser liegt, macht scharfe Fotos – und schützt dabei das Riff. Eine Spiegelreflex im teuren Alugehäuse brauchst du für die ersten Jahre definitiv nicht.

Die drei Einstiegs-Wege im Überblick

  • GoPro (Action-Cam): Klein, bis 10 m ohne Gehäuse dicht, unschlagbar für Video und Weitwinkel. Schwächen bei Makro und bei wenig Licht.
  • OM System TG-7 (Tough-Kompaktkamera): Der Klassiker unter Tauchern – bis 15 m ohne, mit PT-059-Gehäuse bis 45 m. Genialer Mikroskop-Modus für Nacktschnecken & Co.
  • Smartphone im DiveVolk-Gehäuse: Du nutzt die Kamera, die du ohnehin besitzt, mit voller Touch-Bedienung unter Wasser – der günstigste Einstieg, wenn ein aktuelles Smartphone vorhanden ist.

Die richtige Kamera für den Anfang: GoPro, TG-7 oder Smartphone?

Alle drei Wege führen zu guten Bildern – entscheidend ist, was du fotografieren willst und was du schon besitzt. Meine ehrliche Einschätzung nach unzähligen Tauchgängen mit allen drei Systemen:

GoPro HERO13: Der Video-König

Die GoPro HERO13 Black ist die richtige Wahl, wenn du vor allem filmen willst: Delfin-Begegnungen, vorbeiziehende Adlerrochen, das große Riff-Panorama. Sie ist winzig, passt an jedes BCD und verzeiht Bedienfehler, weil der Superweitwinkel fast immer alles scharf abbildet. Für Standbilder von kleinen Riffbewohnern ist sie dagegen die schwächste der drei Optionen – Makro kann sie schlicht nicht.

OM System TG-7: Die Taucher-Kamera

Die OM System Tough TG-7 ist aus gutem Grund die meistgesehene Kamera auf ägyptischen Tauchbooten: RAW-Format, ein legendärer Mikroskop-Modus für winzige Motive und eine Bedienung, die auch mit Handschuhen funktioniert. Bis 15 Meter ist sie ohne alles dicht – fürs richtige Tauchen gehört sie ins PT-059 Unterwassergehäuse, das sie bis 45 Meter schützt und an das sich später Licht und Nassvorsatzlinsen anschrauben lassen. Wenn du fotografisch wachsen willst, ist das der flexibelste Einstieg.

Smartphone im DiveVolk: Der clevere Sparweg

Mit dem DiveVolk Seatouch 4 Max Plus nimmst du dein Smartphone mit auf 60 Meter – und kannst dank der patentierten Touch-Membran unter Wasser ganz normal wischen, zoomen und zwischen Foto und Video wechseln. Moderne Smartphone-Sensoren schlagen in Sachen Bildverarbeitung so manche Kompaktkamera. Der Haken: Du willst wirklich sicher sein, dass das Gehäuse korrekt verschlossen ist, denn im Ernstfall ist nicht nur die Kamera weg, sondern dein ganzes digitales Leben.

Farben zurückholen: Rotfilter und Licht ab 5 Metern

Der häufigste Frust aller Einsteiger: An der Oberfläche leuchtete das Riff in allen Farben, auf den Fotos ist alles blaugrün. Das ist keine Kamera-Schwäche, sondern Physik. Wasser filtert Licht nach Wellenlänge – Rot verschwindet zuerst, dann Orange, dann Gelb. Schon in wenigen Metern Tiefe kommt vom roten Anteil des Sonnenlichts fast nichts mehr an, und deine Kamera kann nur aufzeichnen, was da ist. Ab 5 Metern schluckt das Wasser das Rot – ich schraube dann immer meinen Rotfilter vor die GoPro. Der Filter gleicht den Blaustich aus und holt die warmen Töne zurück, ohne dass du in der Nachbearbeitung zaubern musst – zwischen etwa 5 und 20 Metern Tiefe wirkt er am besten.

Die zweite Lösung heißt: eigenes Licht mitbringen. Ein kompaktes Unterwasser-Videolicht bringt die echten Farben auf kurze Distanz zurück – unverzichtbar für Makro-Motive, dunkle Überhänge und die Laderäume der Wracks, wo nie Sonnenlicht hinkommt. Meine Faustregel: Rotfilter für Weitwinkel und Video im freien Wasser, Videolicht für alles, was näher als ein Meter vor der Linse liegt.

Profi-Tipp von Marc

"Nimm den Rotfilter ab, sobald du flacher als 5 Meter tauchst oder das Licht anschaltest – sonst werden deine Bilder knallrot. Und stell den Weißabgleich, wenn deine Kamera es kann, manuell auf eine weiße Sandfläche in deiner aktuellen Tiefe ein. Diese zwei Handgriffe verbessern deine Fotos mehr als jedes Kamera-Upgrade."

Die 5 wichtigsten Foto-Regeln unter Wasser

Gute Unterwasser-Fotos entstehen zu 80 Prozent durch Verhalten im Wasser, nicht durch Technik. Diese fünf Regeln gebe ich als PADI Divemaster jedem Foto-Einsteiger auf meinen Tauchgängen mit:

  • 1. Geh nah ran – und dann noch näher: Jeder Zentimeter Wasser zwischen dir und dem Motiv kostet Farbe, Kontrast und Schärfe. Die besten Riff-Fotos entstehen aus weniger als einem Meter Entfernung.
  • 2. Fotografiere von schräg unten: Motive gegen das offene Blau oder die helle Wasseroberfläche wirken frei und plastisch. Von oben fotografierte Fische verschwimmen optisch mit dem Riff.
  • 3. Tarierung vor Technik: Erst wenn du sekundenlang bewegungslos vor einem Motiv schweben kannst, ohne Sand aufzuwirbeln oder Korallen zu berühren, bist du bereit für die Kamera.
  • 4. Kein Blitz bei Schwebeteilchen: Direktes Frontlicht beleuchtet jeden Partikel im Wasser und erzeugt weiße Punkte im Bild – die berüchtigte Backscatter. Licht leicht seitlich halten oder ganz weglassen.
  • 5. Riff-Etikette geht vor: Kein Foto ist es wert, eine Koralle abzustützen, ein Tier zu bedrängen oder deinen Buddy aus den Augen zu verlieren. Das Motiv kommt wieder – die Koralle wächst Jahrzehnte.

Typische Anfängerfehler

Die Klassiker, die ich immer wieder sehe: Es wird durchgehend im Vorbeischwimmen geknipst statt anzuhalten (Ergebnis: 300 verwackelte Fischschwänze), der Zoom wird benutzt statt der eigenen Flossen, und die Kamera wird vor dem Tauchgang nicht gecheckt – beschlagene Linsen und volle Speicherkarten ruinieren mehr Tauchgänge als Fluten. Und der größte Fehler überhaupt: schon die ersten 20 Tauchgänge mit Kamera zu tauchen. Sammle erst Sicherheit in der Tarierung, dann kommt die Technik dazu.

Die besten Foto-Spots im Roten Meer für Einsteiger

Der große Vorteil Ägyptens: Du musst für spektakuläre Motive nicht tief oder weit raus. Die flachen Hausriffe von Safaga, Soma Bay und Marsa Alam liegen oft schon ab drei Metern Tiefe voller Anemonenfische, Muränen und Blaupunktrochen – perfektes Licht, kein Zeitdruck, ideales Übungsgelände. In der Bucht von Abu Dabbab bei Marsa Alam posieren Riesenschildkröten in fünf Metern Tiefe auf der Seegraswiese – geduldigere Models findest du nirgends. Wer Weitwinkel-Dramatik sucht, wird an den großen Wracks des Roten Meeres glücklich: Die Silhouette eines Wracks im blauen Gegenlicht gelingt sogar mit der GoPro ohne Filter. Und für das emotionalste Motiv überhaupt – Delfine im freien Wasser – brauchst du gar keine Tauchausrüstung: Die Begegnungen an den Riffen von Sataya und Samadai passieren meist beim Schnorcheln knapp unter der Oberfläche, wo das Licht ohnehin perfekt ist.

Mein Rat zum Schluss: Kauf dir ein Einsteiger-Setup, nimm es auf jeden Tauchgang mit und lösch am Anfang gnadenlos viel. Aus 100 Fotos pro Tauchgang bleiben bei mir bis heute vielleicht fünf gute übrig – der Unterschied zwischen Anfänger und Fortgeschrittenem ist nur, dass der Fortgeschrittene das normal findet. Das Rote Meer liefert dir die besten Lernbedingungen der Welt gleich vor der Hoteltür.

Häufige Fragen

Welche Unterwasserkamera ist die beste für Anfänger?+

Für die meisten Einsteiger ist die OM System Tough TG-7 die beste Wahl: Sie ist bis 15 m wasserdicht (mit PT-059-Gehäuse bis 45 m), hat einen hervorragenden Makro-Modus und lässt sich später mit Licht und Vorsatzlinsen erweitern. Wer vor allem filmen will, greift zur GoPro HERO13; wer sparen will, nutzt sein Smartphone im DiveVolk-Tauchgehäuse.

Braucht man einen Rotfilter oder ein Videolicht?+

Idealerweise beides, für unterschiedliche Zwecke: Der Rotfilter gleicht zwischen etwa 5 und 20 Metern Tiefe den Blaustich bei Weitwinkel- und Videoaufnahmen im natürlichen Licht aus. Ein Videolicht bringt die echten Farben auf kurze Distanz zurück und ist für Makro-Motive, Überhänge und Wrack-Innenräume unverzichtbar. Wichtig: nie beides gleichzeitig verwenden, sonst wird das Bild rotstichig.

Kann ich mit dem Smartphone unter Wasser fotografieren?+

Ja, mit einem echten Tauchgehäuse wie dem DiveVolk Seatouch 4 Max Plus geht das bis 60 Meter Tiefe – inklusive voller Touch-Bedienung unter Wasser. Moderne Smartphone-Kameras liefern dank starker Bildverarbeitung sehr gute Ergebnisse. Wasserdichte Hüllen oder die reine Herstellerangabe des Telefons reichen fürs Tauchen dagegen nicht aus.

Ab welcher Tiefe verschwinden die Farben unter Wasser?+

Rot ist als erste Farbe betroffen und ab etwa 5 Metern Tiefe weitgehend verschwunden, Orange folgt bei rund 10 Metern, Gelb bei etwa 20 Metern. Übrig bleiben Blau- und Grüntöne. Deshalb wirken Fotos aus der Tiefe ohne Rotfilter oder Kunstlicht blaustichig – die Kamera kann nur das Licht aufzeichnen, das in dieser Tiefe noch vorhanden ist.

Was kostet der Einstieg in die Unterwasser-Fotografie?+

Ein solides Einsteiger-Setup kostet etwa 400 bis 550 Euro: eine GoPro HERO13 mit Rotfilter, eine TG-7 mit Unterwassergehäuse oder ein DiveVolk-Gehäuse für das vorhandene Smartphone. Ein Videolicht als sinnvollste Erweiterung kommt mit rund 60 bis 100 Euro dazu. Teure Systemkameras mit Alugehäuse lohnen sich erst nach einigen Jahren Erfahrung.

Über den Autor

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Marc

PADI Divemaster · Rotes Meer

Seit Jahren tauche ich im Roten Meer und kenne jeden Spot, jede Strömung. Mein Ziel: dir den perfekten Tauchurlaub zu ermöglichen.

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