TauchenInÄgypten
Unterwasser-Videolicht Test: GoPro und Action-Cams
Zurück zur Übersicht
Fotografie 13. September 2026 Marc 8 Min. Lesezeit

Unterwasser-Videolicht Test: GoPro und Action-Cams

Unterwasser-Videolicht Test für GoPro & Action-Cams: Welches Fülllicht bringt Farben zurück? Die 3 besten Empfehlungen fürs Rote Meer mit Montagetipps.

Auf einen Blick

  • Empfehlung Einsteiger: LED Unterwasser-Fülllicht — kompakt, direkt am GoPro-Gehäuse, unter 50 EUR
  • Dual-Use: Wurkkos DL10R funktioniert als Taucherlampe UND leistungsstarkes Videolicht mit 4.500 Lumen
  • Ab wann Licht nötig? Unter 5–8 m fehlt das Rot — Licht bringt alle Farben zurück, Filter kann das nicht
  • Rotfilter oder Licht? Filter reicht bis 10 m im Freiwasser; Licht ist Pflicht ab 15 m und in Wracks
  • Backscatter vermeiden: Licht seitlich auf Arm montieren, mindestens 15 cm von der Kameralinse entfernt

Wer zum ersten Mal seine Unterwasservideos aus dem Roten Meer ansieht, ist oft ernüchtert: Die Korallen, die in der Realität leuchtend rot und orange gestrahlt haben, erscheinen auf dem Monitor grau-grün und leblos. Das Wasser schluckt rote Wellenlängen — und mit jedem Meter Tiefe verschwinden die Farben. Ein gutes Unterwasser-Videolicht holt sie zurück. Ich habe für dich die besten Lichtlösungen für GoPro und Action-Cams getestet und erkläre, welche Variante für welche Situation im Roten Meer passt.

Welches Unterwasser-Videolicht eignet sich für die GoPro?

Die kurze Antwort: Das LED Unterwasser-Fülllicht für GoPro und Action-Cams ist die günstigste und unkomplizierteste Lösung für Einsteiger. Es lässt sich direkt per Kaltschuh-Adapter am GoPro-Gehäuse befestigen, braucht keine separate Steuerung und liefert für Korallengassen und Rifffotografie in 3–12 Metern Tiefe ausreichend Licht. Wer eine Taucherlampe ohnehin auf der Liste hat, greift zum Wurkkos DL10R — er funktioniert mit einem einfachen Arm-Mount gleichzeitig als Orientierungslampe und als leistungsstarkes Videolicht.

Warum du unter Wasser künstliches Licht brauchst

Das Wasser absorbiert Licht nach Wellenlänge — Rot zuerst, dann Orange, Gelb, Grün. Schon ab 5 Metern Tiefe ist Rot im natürlichen Licht kaum noch vorhanden. Was bleibt, ist ein monochromer Blau-Grün-Schleier, der selbst die buntesten Roten-Meer-Korallen farblos macht.

Ein weißes Videolicht strahlt das volle Spektrum aus und bringt genau die fehlenden Rottöne zurück — egal in welcher Tiefe. Richtig eingesetzt macht das den Unterschied zwischen einem mittelmäßigen Souvenirvideo und einer Aufnahme, die Zuschauer wirklich mitreißt.

Im Roten Meer kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Wracks wie die SS Thistlegorm oder die Schiffe bei Abu Nuhas haben dunkle Innenräume, in denen selbst bei flachem Wasser kein Tageslicht ankommt. Für Wrackdurchgänge ist Kunstlicht Pflicht — nicht nur für die Kamera, sondern auch für die Orientierung. Welche Taucherlampen für Wracks und Nachttauchen taugen, habe ich ausführlich in meinem Taucherlampen-Test fürs Rote Meer besprochen.

Die 3 besten Videolichter für GoPro im Test

1. LED Unterwasser-Fülllicht — die GoPro-Direktlösung

Das LED Unterwasser-Videolicht ist speziell für GoPro und Action-Cams entwickelt — klein genug, um nicht im Bild zu stören, und stark genug, um Korallen in 5–12 Metern Tiefe leuchten zu lassen. Es läuft auf eingebautem Akku, hat mehrere Helligkeitsstufen und hält problemlos bis 40 Meter Tiefe. Der Kaltschuh-Adapter passt an alle GoPro-Unterwassergehäuse; wer die nackte GoPro in einem Tray-System betreibt, befestigt das Licht über einen Lichtarm. Für Einsteiger mit einem Budget bis 50 EUR ist das meine klare Empfehlung.

Für wen geeignet: Gelegenheitstaucher, Urlauber, alle die ein einfaches Setup wollen, ohne in separates Equipment zu investieren.

2. Wurkkos DL10R — Dual-Use als Lampe und Videolicht

Der Wurkkos DL10R ist primär eine Taucherlampe mit 4.500 Lumen — aber mit einem Haltearm lässt er sich auch als leistungsstarkes Videolicht an einem GoPro-Tray montieren. Der breite Abstrahlwinkel sorgt für gleichmäßige Ausleuchtung, und der wiederaufladbare Akku (USB-C) hält problemlos zwei bis drei Tauchgänge durch. Ich nutze den DL10R gerne so: In der linken Hand als Orientierungslampe, in der rechten die GoPro — volle Kontrolle über den Lichtwinkel und schnelle Reaktion auf spontane Motive. Mit einem Selens-Arm kann er auch fest am Tray montiert werden.

Für wen geeignet: Taucher, die ohnehin eine leistungsstarke Lampe wollen und kein zweites Gerät kaufen möchten. Perfekt für Wracks und Nachttauchen.

3. Wurkkos DL70 — für ambitionierte Unterwasserfilmer

Wer regelmäßig Unterwasservideos erstellt und auch in 25–30 Metern Tiefe oder in dunklen Wrack-Kompartimenten professionelle Ergebnisse will, investiert in den Wurkkos DL70 mit 13.000 Lumen. Die Lichtleistung ist eine völlig andere Klasse als beim Fülllicht — in einem dunklen Raum des Thistlegorm erhellt er eine ganze Kammer. Für Naturfilmer und Hobbyfotografen, die regelmäßig an den Brothers oder bei Elphinstone tauchen, ist der DL70 ein echter Gamechanger.

Für wen geeignet: Erfahrene Taucher mit eigenem Kamerasystem, Safariläufer, Wracktaucher.

Rotfilter oder Videolicht: Was wann?

Die Frage kommt in meinen GoPro-Workshops ständig: Reicht nicht ein Rotfilter, wenn ich kein Licht mitschleppen will? Die Antwort ist differenziert.

  • Rotfilter (gut bis ~10 m, Tageslicht): Im flachen Freiwasser und bei guter Sicht reicht ein Rotfilter für Korallen und Rifffische vollkommen aus. Er korrigiert den Blauschleier passiv, ist leicht und kostet nichts an Akku. Details zur GoPro-Filternutzung findest du in meinem Artikel zu den GoPro-Einstellungen fürs Tauchen.
  • Videolicht (Pflicht ab 15 m und in Wracks): Sobald das natürliche Licht schwach wird oder du in dunklen Räumen filmst, kann ein Filter nicht mehr helfen — er braucht Licht, das er korrigieren kann. Ab 15 Metern Tiefe oder in trüberem Wasser ist ein Videolicht die einzige Lösung.
  • Beide zusammen (Profi-Setup): Videolicht für die Nahaufnahme (Makros, Korallen), Rotfilter für das Hintergrundbild im weiten Schuss — so arbeiten professionelle Unterwasserfilmer. Für den Urlaubs-Taucher ist das Overkill.

Meine Faustregel fürs Rote Meer: Für Tagestouren in Hurghada und Hausriffe bis 12 Meter reicht der Rotfilter. Für Wracktauchen und Safaris auf Offshore-Riffen wie den Brothers oder Elphinstone nehme ich immer das Videolicht mit.

Montage: So befestigst du das Licht an der GoPro

Es gibt drei typische Setups:

  • Kaltschuh-Adapter: Direkt auf das GoPro-Gehäuse aufgesteckt. Einfachste Lösung, kein Tray nötig. Für das LED-Fülllicht ideal — lässt sich in Sekunden abnehmen.
  • Tray mit Lichtarm: Ein Doppelhandgriff-Tray mit flexiblem Lichtarm erlaubt es, das Licht seitlich zu positionieren — so vermeidest du Rückstreuung durch Partikel im Wasser (Backscatter). Das Telesin Dome Port Kit für GoPro 13 beinhaltet Griffe und lässt sich mit einem Lichtarm ergänzen. Gerade bei Wracks und Makrofotografie macht die seitliche Positionierung einen riesigen Unterschied.
  • Freie Hand: Für maximale Flexibilität halte ich den DL10R einfach in der Hand und richte ihn wie einen Scheinwerfer aus. Weniger elegant, aber bei schnellen Motiven — Haifisch-Begegnungen, flüchtige Tintenfische — deutlich reaktionsschneller als jede Montage.

Profi-Tipp von Marc

"Backscatter ist der häufigste Fehler bei Unterwasservideos: Das Licht sitzt zu nah an der Linse, beleuchtet Partikel im Wasser und erzeugt einen Schneesturm-Effekt. Die Lösung ist simpel — montiere das Licht seitlich auf einem Arm, mindestens 15 cm von der Kamera entfernt, und der Effekt verschwindet fast vollständig."

Praxistipps fürs Rote Meer

  • Akku immer voll: Nichts ist frustrierender als ein leeres Videolicht beim Wrackdurchgang der Thistlegorm. Lade es jede Nacht auf, auch wenn noch Kapazität vorhanden scheint.
  • Salzwasser spülen: Nach dem Tauchen das Licht in Süßwasser legen — Korrosion an den O-Ringen entsteht schnell. Den O-Ring einmal pro Saison mit Silikonfett einreiben.
  • Licht auf das Motiv richten: Das klingt offensichtlich, passiert aber ständig. Beobachte, was du filmst, und schwenk das Licht bewusst mit dem Motiv mit.
  • Tiefe beachten: Im flachen Wasser bei starkem Sonnenlicht (3–5 m) wirkt das Videolicht kaum — dann lieber den Rotfilter nutzen oder auf weniger sonnige Bedingungen warten.
  • Nachttauchen: Bei Nachttauchgängen im Roten Meer ist ein Videolicht fast Pflicht — die Spanische Tänzerin und nachtaktive Korallen in ihren vollen Farben einzufangen, gelingt nur mit gutem Kunstlicht.

Häufige Fragen

Welches Unterwasser-Videolicht passt am besten zur GoPro?+

Das LED Unterwasser-Fülllicht (z.B. B0936SFJ61) lässt sich direkt per Kaltschuh an jedes GoPro-Gehäuse stecken und ist die einfachste und günstigste Lösung. Für mehr Leistung und Dual-Use (auch als Taucherlampe) eignet sich der Wurkkos DL10R mit 4.500 Lumen hervorragend.

Ab welcher Tiefe brauche ich ein Videolicht unter Wasser?+

Im Roten Meer beginnt der Rot-Verlust bereits ab 5 Metern Tiefe spürbar zu werden. Ab 10–15 Metern sieht man auf Videos ohne Licht kaum noch Farben. In Wracks ist Videolicht unabhängig von der Tiefe Pflicht, weil kein Tageslicht in die Innenräume dringt.

Was ist besser: Rotfilter oder Videolicht für die GoPro?+

Ein Rotfilter reicht für Aufnahmen bis circa 10 Meter im klaren, sonnigen Freiwasser. Ein Videolicht ist notwendig ab 15 Metern Tiefe, in Wracks und bei trübem Wasser. Beim Rotfilter kommt es auf vorhandenes Licht an — ohne ausreichendes Tageslicht hilft er nicht mehr.

Wie befestige ich ein Videolicht an der GoPro?+

Die einfachste Methode ist ein Kaltschuh-Adapter, der direkt am GoPro-Unterwassergehäuse befestigt wird. Für professionellere Ergebnisse empfiehlt sich ein Tray mit Lichtarm, um das Licht 15 cm seitlich zu positionieren und Backscatter (Rückstreuung an Wasserpartikeln) zu vermeiden.

Kann ich meine Taucherlampe als Videolicht benutzen?+

Ja, viele Taucherlampen eignen sich hervorragend als Videolicht. Der Wurkkos DL10R mit 4.500 Lumen ist ein beliebtes Dual-Use-Gerät — er dient gleichzeitig als Orientierungslampe und als Videolicht. Wichtig: Die Lampe sollte einen breiten Abstrahlwinkel haben, nicht nur einen engen Spot.

Über den Autor

🤿

Marc

PADI Divemaster · Rotes Meer

Seit Jahren tauche ich im Roten Meer und kenne jeden Spot, jede Strömung. Mein Ziel: dir den perfekten Tauchurlaub zu ermöglichen.

Mehr über Marc →

Meine Ausrüstung

Passend zum Artikel:

Cressi Laynyard — Spiralkabel

Elastisches Spiralkabel für Taucherlampen und Kameras — verhindert, dass Ausrüstung verloren geht bei Wracktauchgängen.

ab 12,00 €Auf Amazon →