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Wracktauchen Ausrüstung: Das brauchst du für Wrackdurchgänge
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Wracktauchen 11. September 2026 Marc 9 Min. Lesezeit

Wracktauchen Ausrüstung: Das brauchst du für Wrackdurchgänge

Wracktauchen Ausrüstung und Technik im Roten Meer: Lampe, Tauchspule, Schreibtafel und Sicherheitsregeln für sichere Wrackdurchgänge. Marcs Profi-Guide.

Auf einen Blick

  • Pflicht für Penetration: Taucherlampe (mind. 4.000 Lumen), Tauchspule mit 30m Leine, Unterwasser-Schreibtafel
  • Grundprinzip: Nie weiter hinein als das natürliche Licht reicht – es sei denn, du hast Leine, zweite Lampe und den richtigen Kurs
  • Non-Penetration: Außen am Wrack entlangtauchen ist für jeden OWD möglich und schon spektakulär
  • Wracks im Roten Meer: SS Thistlegorm, Abu Nuhas, Giannis D, Dunraven – ganzjährig tauchbar, 22–28 °C
  • Kurs empfohlen: PADI Wreck Diver oder SSI Wreck Diving vor dem ersten Penetrations-Tauchgang

Wracktauchen ist für mich das Faszinierendste, was das Rote Meer zu bieten hat. Nach über 2.000 Tauchgängen hier habe ich Hunderte davon an Wracks verbracht – das Thistlegorm allein kenne ich in- und auswendig, von den Panzern im Laderaum 4 bis zum Heck auf 32 Metern. Aber Wracktauchen ist kein Sport für Abenteurer ohne Plan. Wer unvorbereitet in einen engen Wrackdurchgang eintaucht, riskiert sein Leben. Wer richtig ausgerüstet ist und die Regeln kennt, erlebt eines der schönsten Erlebnisse im Tauchen. Dieser Guide zeigt dir, was du brauchst – und was du wissen musst.

Wracktauchen Ausrüstung: Was ist wirklich nötig?

Für Wracktauchen im Roten Meer – insbesondere für Penetrations-Tauchgänge in Wrackinnenbereiche – brauchst du drei Dinge, die über deine normale Grundausrüstung hinausgehen: eine leistungsstarke Taucherlampe, eine Tauchspule mit Leine zur Orientierung, und eine Unterwasser-Schreibtafel für die Kommunikation mit deinem Buddy. Der 3mm-Neopren, den du im Roten Meer ohnehin trägst, ist bei Wracks wegen möglicher scharfer Kanten und Rost besonders wichtig. Handschuhe empfehle ich ebenfalls, selbst wenn sie an manchen Spots offiziell verboten sind.

Lampe: Die unverzichtbare Grundausrüstung für Wracktauchen

Im Wrackinneren herrscht komplette Dunkelheit. Nicht Dämmerung, nicht schlechte Sicht – echte, absolute Dunkelheit. Ohne Lampe bist du blind, orientierungslos und in echter Gefahr. Das ist keine Übertreibung, das ist Physik.

Meine klare Empfehlung für Wrack-Taucher ist die Wurkkos DL10R mit 4.500 Lumen. Sie ist die ideale Wrack-Lampe: kompakt, extrem hell, wiederaufladbar per USB-C und für Tiefen bis 100 Meter wasserdicht. Im Thistlegorm oder in den engen Gängen des Giannis D beleuchtet sie ganze Räume auf einmal und lässt keine dunkle Ecke unausgeleuchtet. Das USB-C-Laden ist an Bord eines Safariboots Gold wert – du brauchst keine Ersatzbatterien zu kaufen oder schleppen.

Für Penetrations-Tauchen gilt die Regel: immer zwei Lichtquellen. Die Hauptlampe plus eine kleinere Backup-Lampe. Fällt die Hauptlampe im Wrackinneren aus – was selten, aber nicht unmöglich ist – bringt dich die Backup-Lampe sicher heraus. Diese Regel ist kein theoretischer Luxus, sondern hat schon Leben gerettet.

Profi-Tipp von Marc

"Ich teste meine Lampe immer schon an Land: Akku voll, Leuchtkopf sauber, O-Ring kontrolliert. Im Wasser merkst du einen Defekt zu spät. Und nach jedem Tauchgang: Lampe auf – Wasser ausschütteln, O-Ring abspülen, trocknen. Salzwasser in einem Lampengehäuse ist der schnellste Weg zu teuren Reparaturen."

Tauchspule und Leine: Orientierung im Wrackinneren

Eine Tauchspule mit Leine ist beim Penetrations-Tauchen dein Ariadnefaden – buchstäblich. Du befestigst die Leine am Eingang des Wrackdurchgangs und rollst sie ab, während du hineinschimmst. Beim Rückweg folgst du der Leine, selbst wenn durch aufgewirbelten Schlamm oder Rost die Sicht auf null sinkt.

Für das Rote Meer empfehle ich die 30m Finger Spool Tauchspule mit Doppelkarabiner. Dreißig Meter reichen für die meisten Wracke im Roten Meer – beim Thistlegorm und bei der Giannis D kommst du damit sicher in die wichtigsten Bereiche und wieder heraus. Der Doppelkarabiner erlaubt eine sichere Befestigung an einem Fixpunkt am Eingang des Durchgangs.

Wichtig: Die Leine ersetzt nicht das Gefühl für Richtung und Tiefe. Sie ist ein Notfall-Rückweg, keine Navigationshilfe für den Hinweg. Verfolge beim Hineintauchen bewusst deine Route und merke dir markante Punkte.

  • Leine immer am Eingang befestigen, bevor du den ersten Meter in das Wrack schwimmst
  • Leine gespannt halten – eine durchhängende Leine verfängt sich in scharfen Kanten
  • Nie die Leine loslassen, wenn die Sicht schlechter als zwei Meter ist
  • Nach dem Tauchgang Leine sorgfältig aufwickeln und auf Knoten oder Risse prüfen

Kommunikation: Die Schreibtafel als Sicherheitswerkzeug

Im Wrack ist akustische Kommunikation schwierig – Hall, Motorengeräusche bei Stromwracks, und das Rauschen deiner eigenen Atemluft machen Handzeichen oft unmöglich in engen Gängen. Eine Unterwasser-Schreibtafel ist hier kein nettes Extra, sondern ein echtes Sicherheitswerkzeug.

Die Namvo Handgelenk-Schreibtafel trägt du am Handgelenk und hast sie immer griffbereit. Mehrlagig, sodass du mehrere Nachrichten hintereinander schreiben kannst. Im engen Wrackdurchgang, wo Handzeichen nicht möglich sind, schreibst du deinem Buddy: "Eingang 5m links", "Leine klemmt", "Umkehren".

Für längere Erkundungen empfehle ich außerdem, vor dem Tauchgang eine grobe Skizze des Wracks zu zeichnen und Fixpunkte zu markieren. Diese Planung rettet dich, wenn sich Schlamm aufwirbelt und Orientierungspunkte unsichtbar werden.

Penetration vs. Non-Penetration: Zwei verschiedene Erlebnisse

Nicht jedes Wracktauchen muss mit Penetration verbunden sein. Tatsächlich sind die meisten spektakulären Wracktauchgänge im Roten Meer Non-Penetration-Tauchgänge – du tauchst außen am Wrack entlang, entdeckst die Außenstruktur, die Aufbauten, die Korallen, die Fauna, und siehst durch offene Luken ins Innere, ohne selbst hineinzuschwimmen.

Beim Thistlegorm etwa siehst du die Motorräder, Jeeps und Panzer schon durch die offenen Ladeluken, wenn du in 15–18 Meter Tiefe über das Deck taucht. Das ist für einen Open Water Diver vollständig zugänglich und schon ein unvergessliches Erlebnis. Die Laderäume selbst – das ist Penetration, die Training und Spezialausrüstung erfordert.

  • Non-Penetration (OWD geeignet): Außenhülle, Deck, offene Bereiche mit direktem Tageslichteinfall
  • Eingeschränkte Penetration: Bereiche, aus denen du bei Orientierungsverlust noch natürliches Licht siehst
  • Vollständige Penetration: Innenbereiche ohne Tageslicht – nur mit Wrack-Kurs, Leine und zwei Lampen

Mehr über die schönsten Wracks im Roten Meer und was dich dort erwartet, findest du in meinem ausführlichen Artikel über die besten Wracks im Roten Meer.

Sicherheitsregeln für Wrackdurchgänge im Roten Meer

Wracktauchen hat klare Sicherheitsregeln, die sich in Jahrzehnten Erfahrung herauskristallisiert haben. Ich halte mich an diese Regeln nach über 200 Wracktauchgängen – nicht weil ich muss, sondern weil ich verstehe, warum sie existieren.

  • Drittelregel für Gas: Ein Drittel Gas hinein, ein Drittel zurück, ein Drittel Reserve. Nie mehr als ein Drittel des Atemvorrats im Wrack verbrauchen, bevor du umdrehst.
  • Zwei unabhängige Lichtquellen: Hauptlampe und Backup. Keine Ausnahmen bei Penetration.
  • Leine bei jeder Penetration: Auch bei kurzen, vermeintlich einfachen Durchgängen.
  • Nichts berühren: Rost und Schlammablagerungen wirbeln auf und reduzieren die Sicht auf null. Finning-Technik kontrolliert halten.
  • Buddy-System: Niemals alleine in ein Wrack. Immer in Sichtkontakt mit deinem Buddy bleiben.
  • Rückweg zuerst einplanen: Denke schon beim Hineinschwimmen an den Weg heraus.
  • Bei Unsicherheit umkehren: Wenn du dich unwohl fühlst, Leine verlierst oder die Sicht rapide abnimmt – sofort umkehren. Kein Wrack ist es wert, Risiken einzugehen.

Ein PADI Wreck Diver oder SSI Wreck Diving Specialty-Kurs vermittelt alle diese Regeln in der Praxis und qualifiziert dich für Penetrations-Tauchgänge. Den Kurs kannst du direkt in Hurghada oder Sharm el-Sheikh vor einem Wrack-Tauchgang buchen – das dauert zwei Tage und öffnet eine völlig neue Dimension des Wracktauchens.

Die besten Wracks im Roten Meer für Einsteiger

Das Rote Meer ist eines der reichsten Wracktauch-Reviere der Welt. Diese vier Wracks empfehle ich für Einsteiger und fortgeschrittene Wracktaucher:

  • SS Thistlegorm (Golfes von Suez, 15–32m): Das berühmteste Tauchwrack der Welt. WWII-Frachter mit Panzern, Motorrädern und Eisenbahnwaggons in den Laderäumen. Non-Penetration bereits für OWD ein Erlebnis. Details in meinem Thistlegorm-Guide.
  • Giannis D (Abu Nuhas, 10–27m): Griechisches Frachtschiff, 1983 auf Riff gelaufen. Außenhülle offen, relativ einfache Penetration für geübte Taucher, dichte Korallenbewuchs.
  • Dunraven (Sha'ab Mahmoud, 18–28m): Britisches Dampfschiff aus dem 19. Jahrhundert. Liegt auf der Seite, faszinierende Rumpfstruktur, Non-Penetration ideal.
  • Chrisoula K. (Abu Nuhas, 6–24m): Seichter Einstieg, auch für Einsteiger gut geeignet, dichte Anthias-Wolken um den Rumpf.

Alle vier Wracks sind ganzjährig tauchbar – das Rote Meer hat das ganze Jahr 22–28 °C Wassertemperatur, und 3mm Neopren ist vollkommen ausreichend. Sichtweiten von 15–30 Metern machen Wracktauchen im Roten Meer zu einem der besten der Welt.

Häufige Fragen

Welche Ausrüstung brauche ich zum Wracktauchen im Roten Meer?+

Für Non-Penetration reicht deine normale Tauchausrüstung plus eine gute Lampe (mind. 1.000 Lumen). Für Penetrations-Tauchgänge ins Wrackinnere brauchst du zwingend: eine Hauptlampe (mind. 4.000 Lumen), eine Backup-Lampe, eine Tauchspule mit mindestens 30m Leine und eine Unterwasser-Schreibtafel. Dazu kommen 3mm Neopren und idealerweise dünne Handschuhe.

Darf ich als Open Water Diver in Wracks tauchen?+

Ja – Non-Penetration-Wracktauchen ist für jeden OWD möglich und zugänglich. Du tauchst außen am Wrack entlang, schaust durch offene Luken ins Innere und siehst die meisten Highlights. Penetrations-Tauchen – also das Schwimmen in Bereiche ohne direkten Tageslichtausgang – erfordert einen Wreck-Diver-Kurs (PADI oder SSI) und Spezialausrüstung.

Wie gefährlich ist Wracktauchen im Roten Meer wirklich?+

Mit richtiger Ausrüstung, Training und Einhaltung der Sicherheitsregeln ist Wracktauchen sicherer als sein Ruf. Die Hauptgefahren – Orientierungsverlust, Lichtausfall, aufgewirbelter Schlamm – lassen sich durch Leine, zwei Lampen und die Drittelregel effektiv kontrollieren. Wer einen Wreck-Kurs gemacht hat und niemals alleine und immer mit Leine in Wracks geht, taucht statistisch gesehen sicherer als bei vielen anderen Tauchabenteuern.

Welche Leine brauche ich für Wracktauchen?+

Eine Finger Spool Tauchspule mit 30 Meter Leine und einem stabilen Doppelkarabiner am Ende reicht für die meisten Wracks im Roten Meer aus. Die Leine befestigst du am Eingang des Durchgangs, hältst sie gespannt und folgst ihr beim Rückweg – auch bei null Sicht durch aufgewirbelten Schlamm.

Welche Wracks im Roten Meer sind für Anfänger geeignet?+

Das SS Thistlegorm ist das bekannteste und bietet schon ohne Penetration spektakuläre Einblicke in Laderäume mit Panzern und Motorrädern. Die Chrisoula K. und die Giannis D auf dem Abu-Nuhas-Riff sind weitere Einsteigerfreundliche Optionen mit flachem Beginn ab 6 Metern. Alle Wracks liegen in 22–28 °C warmem Wasser, 3mm Neopren ist ausreichend.

Über den Autor

🤿

Marc

PADI Divemaster · Rotes Meer

Seit Jahren tauche ich im Roten Meer und kenne jeden Spot, jede Strömung. Mein Ziel: dir den perfekten Tauchurlaub zu ermöglichen.

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Meine Ausrüstung

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