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Tauchen in El Gouna: Delfine, Wracks und Lagunenfeeling
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Tauchspots 04. August 2026 Marc 9 Min. Lesezeit

Tauchen in El Gouna: Delfine, Wracks und Lagunenfeeling

El Gouna tauchen: Delfine am Shaab El Erg, Abu Nuhas in 90 Minuten, exzellente Riffe. Warum die Lagunenstadt die beste Basis für Tagesspots ist.

Auf einen Blick

  • Lage: El Gouna — Lagunenstadt 20 km nördlich von Hurghada, Flughafen HRG ca. 25 Min.
  • Top-Spots: Shaab El Erg (Delfine), Abu Nuhas (4 Wracks), Giftun Island, Shaab Abu Ramada
  • Level: Anfänger (Hausriffe, Shaab El Erg) bis erfahren (Abu Nuhas, 15–28 m)
  • Wasser: Sommer 27–30 °C, Winter 22–25 °C — 3 mm Neopren reicht ganzjährig
  • Zielgruppe: Taucher, die Ruhe, Qualität und exzellente Spots kombinieren wollen

Was bietet El Gouna Tauchern?

El Gouna ist die beste Basis für Taucher, die Qualität vor Quantität stellen: Die Lagunenstadt 20 Kilometer nördlich von Hurghada hat direkten Zugang zu einigen der stärksten Tauchspots Nordägyptens — von den Delfinen am Shaab El Erg über den legendären Schiffsfriedhof Abu Nuhas bis zu den Korallenriffen der Giftun-Insel. An Bord der Tagesboote, die ab der Abu Tig Marina ablegen, treffen sich überschaubare Gruppen, kaum Massentourismus. El Gouna ist keine Tauchermetropole wie Dahab oder Sharm — dafür ist es ruhiger, hochwertiger und entspannter. Wer ein exzellentes Unterwassererlebnis mit angenehmem Ambiente an Land verbinden will, liegt hier goldrichtig.

El Gouna als Tauchdestination: Warum lohnt sich der Umweg?

Wenn ich Taucher nach El Gouna frage, bekommen sie leuchtende Augen — aber erst nachdem sie einmal dort waren. Von außen sieht die Stadt aus wie ein Ferienpark für Kite-Surfer und Golfspieler: Kanäle, Brücken, Villen, eine große Marina. Das stimmt alles. Aber die Tauchdestination El Gouna liegt genau an der richtigen Stelle: nah genug an Hurghada, um alle Spots zu erreichen, weit genug entfernt, um die Hektik zu vermeiden.

Der entscheidende Vorteil gegenüber Hurghada: Die Tagesboote starten von der kompakten Abu Tig Marina, die Gruppen sind kleiner, und das Niveau der Taucher ist im Schnitt etwas höher. Wer bereits mit der Massen-Tauchschule in Hurghada begonnen hat und jetzt entspannter tauchen will, wechselt nach El Gouna. Manche Taucher kommen sogar täglich aus Hurghada rüber — der Transfer dauert 20 bis 30 Minuten. Wie El Gouna im direkten Vergleich mit Hurghada abschneidet, erkläre ich ausführlich in meinem Beitrag Hurghada vs. Sharm el-Sheikh: Wo taucht man besser?

Die besten Tauchspots ab El Gouna

Shaab El Erg: Das Delfin-Haus des Roten Meeres

Der berühmteste Spot ist gleichzeitig der zugänglichste: Shaab El Erg liegt etwa 30 bis 40 Minuten Bootsfahrt von El Gouna. Ein flaches Sandplateau mit einzelnen Korallentürmen, drumherum bis zu 30 Meter tiefes Wasser. Das Highlight ist eine Gruppe Spinnerdelfine, die hier regelmäßig rasten und spielen. Morgens sind sie am aktivsten. Wenn das Boot früh genug ankommt, bevor die anderen Gruppen auftauchen, erlebt man Delfine aus einer Nähe, die ich nach hunderten solcher Tauchgänge immer noch nicht für selbstverständlich halte.

Die Tiefe an Shaab El Erg ist anfängerfreundlich: Die Delfin-Action findet meist zwischen 5 und 15 Metern statt, das Plateau selbst liegt bei 8 bis 12 Metern. Auch Schnorchler kommen auf ihre Kosten. Wichtig: Delfine sind keine Attraktion, die man steuern kann. Manche Tage bleiben sie tief im Wasser und lassen sich nicht blicken, manche Tage umkreisen sie einen zwanzig Minuten lang aus Neugier. Mit einer frühen Abfahrtszeit und einem erfahrenen Guide steigen die Chancen erheblich.

Abu Nuhas: Der Schiffsfriedhof — ab El Gouna in 90 Minuten

Der Schiffsfriedhof Abu Nuhas liegt auf einem gefährlichen Riff am Rand der Straße von Gubal. Vier Wracks in einem Riff — das gibt es weltweit kein zweites Mal. Die bekanntesten sind die Giannis D, die Carnatic und die Chrisoula K. Alle drei sind für Taucher mit Open Water Diver zugänglich, wenn man über etwas Erfahrung mit Wracks verfügt. Die Tiefen reichen von 15 bis 28 Meter, die Sicht ist meistens außergewöhnlich — 25 bis 35 Meter an guten Tagen.

Ich empfehle immer, eine gute Taucherlampe mitzunehmen: Wer in die Laderäume der Giannis D oder in den Maschinenraum der Carnatic eintaucht, braucht Licht, um die Details zu sehen — die bunten Korallen im Dunkel der Wrackrippen, die Muränen hinter rostigen Stahlträgern, die Glasfisch-Wolken an der Decke. Ab El Gouna beträgt die Bootsfahrt nach Abu Nuhas etwa 1,5 bis 2 Stunden — deutlich kürzer als ab Hurghada oder Safaga. Das macht El Gouna zur optimalen Tagesbasis für den Schiffsfriedhof. Die vollständige Beschreibung aller vier Wracks findest du in meinem Artikel Abu Nuhas: Der Schiffsfriedhof des Roten Meeres.

Giftun Island und Panorama Reef: Lebendige Korallenwände für alle Levels

Die Giftun-Insel ist der nahegelegene Nationalpark-Spot — 20 bis 30 Minuten Bootsfahrt — und eignet sich perfekt für Taucher, die keine langen Transfers wollen. Das Panorama Reef auf der Rückseite der Insel lebt seinem Namen alle Ehre: Korallenformationen in allen Farben, Schwärme von Meeresäschen, Schnapper und Rifffische, Weißspitzen-Riffhaie an der Abbruchkante. Die Tiefe reicht von 6 bis über 40 Meter — je nachdem, wie weit du an der Wand hinabsteigst. Anfänger bleiben in den ersten 15 Metern und erleben trotzdem ein Rifffisch-Spektakel, das sich kaum toppen lässt.

Auf Giftun Island gilt wie in allen ägyptischen Meeresschutzgebieten das Gebot korallensicherer Sonnencreme. Reef-safe LSF 50+ ist Pflicht — herkömmliche Sonnencreme schädigt das Korallenriff und ist in Schutzgebieten verboten.

Shaab Abu Ramada: Das Aquarium des Roten Meeres

Shaab Abu Ramada — von Tauchern liebevoll „The Aquarium" genannt — ist ein flaches Riff zwischen Giftun und dem Festland. Tiefen zwischen 6 und 18 Metern, dichtes Korallenriff mit enormer Fischvielfalt: Barrakudas, Napoleonfische, Gitarrenrochen im Sand und immer wieder Schildkröten. Ich habe selten so viele verschiedene Arten auf so kleiner Fläche gesehen. Für Zertifiziertenkurse und Taucher mit wenig Erfahrung ist es einer der besten Spots der Region — und trotzdem nie langweilig, wenn man mit offenen Augen taucht.

Tauchbasen und Organisation in El Gouna

El Gouna hat keine riesige Tauchschullandschaft wie Dahab, aber es gibt mehrere professionelle Basen direkt an der Abu Tig Marina. Die Tagesboote legen morgens zwischen 8 und 9 Uhr ab und kehren mittags oder am frühen Nachmittag zurück — zwei Tauchgänge pro Tag ist der Standard. Preise für zwei Tauchgänge mit kompletter Ausrüstungsmiete liegen bei 55 bis 80 Euro, abhängig vom Spot und Anbieter. Nitrox ist auf vielen Booten gegen Aufpreis von 5 bis 10 Euro pro Tag verfügbar — es lohnt sich besonders bei den tieferen Spots wie Abu Nuhas.

Für Einsteiger: El Gouna eignet sich gut für Discover Scuba Diving und OWD-Kurse an den nahegelegenen Riffen. Wer seinen Open Water in El Gouna macht, taucht die Freiwasser-Dives an Shaab Abu Ramada oder Giftun Island — traumhaft schöne Lernbedingungen bei gutem Wetter ganzjährig.

Ausrüstung: Was du für El Gouna wirklich brauchst

El Gouna ist ganzjährig Warmwasser. Die Grundregel für das nördliche Rote Meer gilt: Ein 3mm Neoprenanzug reicht von April bis November komfortabel, im Winter (Dezember bis März) ist bei mehreren Tauchgängen täglich ein 5mm-Anzug angenehmer. Einen Trockenanzug brauchst du nie.

  • Eigener Tauchcomputer: Auf einem Tagesboot mit zwei Tauchgängen ist er unverzichtbar — ein Leihgerät kennt deinen Stickstoffhaushalt vom Vortag nicht. Ein zuverlässiges Einsteiger-Modell wie die Cressi Leonardo kostet weniger als ein schlechter Tauchtag.
  • Taucherlampe für Wracks: Bei Abu Nuhas ist eine Lampe Pflicht — selbst der hellste Sommertag bringt kein Licht in die Laderäume der Giannis D. Eine robuste Taucherlampe gehört zwingend in die Tauchbag.
  • Eigene Maske: Leihmasken passen selten gut. Eine eigene Maske, die wirklich sitzt, macht den Unterschied zwischen entspanntem Tauchen und ständigem Wasseraustritt — wie ich in meinem Masken-Kaufguide detailliert erkläre.
  • Reef-safe Sonnencreme: Auf Giftun Island Pflicht, auf allen anderen Spots eine Frage des Respekts gegenüber dem Riff.

Profi-Tipp von Marc

"El Gouna ist meine erste Empfehlung für Taucher, die Wracks lieben aber keine Liveaboard-Woche buchen wollen. Abu Nuhas in 90 Minuten vom Hotel, zwei Wracks, mittags wieder zurück und abends mit einem kalten Getränk in der Marina sitzen — besser geht es für Wrack-Tagesausflüge nicht."

Beste Reisezeit für Tauchen in El Gouna

El Gouna ist ganzjährig buchbar. Trotzdem gibt es Unterschiede:

  • April bis Oktober: Wassertemperatur 27–30 °C, Delfine an Shaab El Erg täglich aktiv, hervorragende Sicht. Juli und August: 40 °C an Land, aber das Wasser ist perfekt. Wer die Hitze morgens früh auf dem Boot übersteht, hat volle Delfin-Gruppen und leere Spots.
  • November bis März: Wassertemperatur 22–25 °C (5mm-Anzug empfohlen), weniger Touristen, günstigere Preise. Die Sicht bleibt exzellent. Weniger Delfin-Action, dafür gelegentlich Adlerrochen und Mantas.
  • Bestes Gesamtpaket: März bis Mai und Oktober bis November — angenehme Temperaturen an Land und unter Wasser, gute Sicht, mittlere Preise.

Wer von El Gouna aus auch längere Liveaboard-Touren zu den Brothers oder in den Süden plant, findet in meinem Überblick über die Liveaboard-Routen im Roten Meer alle Informationen zur Routenwahl.

El Gouna vs. Hurghada: Für wen ist was richtig?

Die häufigste Frage, die mir Taucher stellen: Soll ich nach El Gouna oder direkt nach Hurghada? Die kurze Antwort: El Gouna für Ruhe und Qualität, Hurghada für Auswahl und Abwechslung.

  • El Gouna: Kleinere, ruhigere Stadt ohne Souk-Hektik. Anspruchsvollere Hotels mit eigenem Charakter. Taucher mit eigenem Equipment, die wissen, was sie wollen. Etwas höhere Übernachtungspreise, dafür spürbar mehr Komfort und Atmosphäre.
  • Hurghada: Deutlich mehr Tauchanbieter, mehr Kursangebote, mehr Preisvergleich möglich. Lebhafter, touristischer. Ideal für Einsteiger, die noch nicht wissen, was sie wollen, und zwischen Anbietern wechseln möchten.
  • Die Tauchspots: Fast identisch — beide Städte erreichen die gleichen Riffe (Giftun, Abu Nuhas, Shaab El Erg). El Gouna liegt geografisch etwas günstiger zu Abu Nuhas, was 20 bis 30 Minuten Bootsfahrt hin und zurück spart.

Mein Fazit: Für Einsteiger und Taucher im ersten Ägypten-Urlaub ist Hurghada der intuitivere Einstieg. Für alle, die zum zweiten oder dritten Mal kommen und wissen, was sie wollen — oder für Paare, bei denen einer taucht und der andere Windsurf oder Kite macht — ist El Gouna die überlegene Wahl.

Häufige Fragen

Für welches Level eignet sich Tauchen in El Gouna?+

El Gouna ist für alle Levels geeignet. Anfänger starten am Shaab Abu Ramada oder an den Giftun-Hausriffen in 6–15 Metern Tiefe. Erfahrene Taucher (OWD plus etwas Erfahrung) tauchen Abu Nuhas mit Tiefen von 15–28 Metern. Für Delfin-Tauchgänge am Shaab El Erg reicht ein OWD vollkommen aus.

Wie lange ist die Bootsfahrt von El Gouna zu Abu Nuhas?+

Ab El Gouna dauert die Bootsfahrt zu Abu Nuhas etwa 1,5 bis 2 Stunden — das ist deutlich kürzer als ab Hurghada oder Safaga. El Gouna ist geografisch der beste Ausgangspunkt für Tagesausflüge zum Schiffsfriedhof, ohne auf einem Liveaboard übernachten zu müssen.

Was kostet ein Tauchtag in El Gouna?+

Zwei Tauchgänge inklusive Bootsfahrt und kompletter Ausrüstungsleihgebühr kosten in El Gouna zwischen 55 und 80 Euro, je nach Spot und Anbieter. Abu Nuhas-Ausflüge sind aufgrund der längeren Bootsfahrt etwas teurer (75–90 Euro). Nitrox kostet meist 5–10 Euro Aufpreis pro Tag.

Wann sehe ich Delfine am Shaab El Erg?+

Die besten Chancen auf Delfine am Shaab El Erg hast du morgens früh, wenn das Boot als eines der ersten am Spot ist. Spinnerdelfine rasten und spielen in diesem Gebiet ganzjährig — am aktivsten sind sie von Juni bis Oktober. Eine frühe Abfahrtszeit und ein erfahrener Guide erhöhen die Chancen deutlich. Eine Garantie gibt es nie.

Brauche ich eine Taucherlampe für El Gouna?+

Für die meisten Tagesspots (Giftun, Shaab El Erg, Shaab Abu Ramada) ist eine Taucherlampe optional, aber auch tagsüber nützlich zum Ausleuchten von Höhlen und unter Korallenstöcken. Für Abu Nuhas ist eine robuste Lampe Pflicht — die Laderäume der Giannis D und anderer Wracks sind stockdunkel, und ohne Licht verpasst du die besten Details.

Über den Autor

🤿

Marc

PADI Divemaster · Rotes Meer

Seit Jahren tauche ich im Roten Meer und kenne jeden Spot, jede Strömung. Mein Ziel: dir den perfekten Tauchurlaub zu ermöglichen.

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