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Fury Shoals: Riff-Labyrinth zwischen Marsa Alam und Hamata
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Tauchspots 17. August 2026 Marc 8 Min. Lesezeit

Fury Shoals: Riff-Labyrinth zwischen Marsa Alam und Hamata

Fury Shoals – Sataya, Sha'ab Claudia, Sha'ab Maksur: die unberührtesten Korallenriffe Ägyptens. Spinner-Delfine, Riffhaie und 30 m Sicht warten.

Auf einen Blick

  • Wo: Zwischen Marsa Alam und Hamata, ca. 60 km südlich von Marsa Alam
  • Highlights: Spinner-Delfine in Sataya, Riffhaie, Mantas, unberührte Korallengärten
  • Zugang: Liveaboard (empfohlen) oder Tagesboot ab Hamata (~1,5 Std. Fahrt)
  • Niveau: OWD bis Fortgeschritten — je nach Spot
  • Sichtweite: 20–40 Meter ganzjährig

Fury Shoals — das Riff-Labyrinth, das die meisten Taucher übersehen

Wer nach Ägypten taucht, denkt zuerst an Sharm el-Sheikh, Hurghada oder die Brothers Islands. Die Fury Shoals kennen nur die wenigsten — und genau das macht sie so besonders. Verteilt im offenen Roten Meer, rund 60 Kilometer südlich von Marsa Alam, liegt ein Riff-Labyrinth, das zu den artenreichsten und unberührtesten Tauchgebieten Ägyptens gehört.

Ich habe im Roten Meer über 2.000 Tauchgänge gemacht — von Daedalus Reef bis Abu Nuhas, vom Thistlegorm-Wrack bis zu den Tiran-Riffen. Die Fury Shoals kommen trotzdem ganz weit oben in meiner persönlichen Rangliste. Weil sie das bieten, was in überlaufeneren Gebieten immer seltener wird: Weite, intakte Korallengärten und Wildtierbegegnungen ohne Zuschauerkulisse.

Sataya — Spinner-Delfine auf Tuchfühlung

Sataya — auch als Dolphin Reef bekannt — ist der Pflicht-Spot unter den Fury Shoals. In der Lagune von Sataya lebt eine permanente Kolonie von Spinner-Delfinen, die hier ihren Schlaf- und Ruheplatz haben. Hundert, manchmal deutlich mehr Tiere tummeln sich morgens an der Oberfläche, um sich nach der nächtlichen Jagd zu erholen.

Das Besondere: Es ist kein Show-Erlebnis. Die Delfine sind wild und kommen auf eigene Initiative zum Boot — oder auch nicht. Wer früh da ist und leise ins Wasser gleitet, hat gute Chancen, dass sie auf wenige Meter herankommen und um die Taucher herumkreisen. Wer zu laut planscht oder zu viele Boote im Weg hat, schaut in die leere Lagune.

Mit dem Liveaboard übernachtest du direkt vor Sataya und bist morgens um 6 Uhr der Einzige auf dem Wasser, bevor die Tagesboote aus Hamata eintreffen. Das ist der entscheidende Vorteil. Mehr über die besten Delfin-Begegnungen im Roten Meer — auch an anderen Spots entlang der ägyptischen Küste — habe ich in meinem Artikel über Delfine beobachten in Ägypten zusammengefasst.

Außerhalb der Delfin-Lagune bietet Sataya ein langes Außenriff mit dramatischen Steilwänden bis 40 Meter. Weißspitzen-Riffhaie ziehen ihre Runden, Schildkröten grasen an den Korallenköpfen, Napoleonfische beäugen die Taucher mit gewohnter Neugier. Und wenn du Glück hast, begegnet dir ein Dugong — im südlichen Roten Meer ist das seltene Meeressäugetier hier gelegentlich anzutreffen.

Sha'ab Claudia — Riffwände und Großfisch-Spektakel

Sha'ab Claudia ist mein persönlicher Favorit für Großfisch-Sichtungen. Das Riff ragt aus dem offenen Wasser, ohne jede Küstennähe — und zieht deshalb pelagische Arten an, die man an Hausriffen kaum sieht. Ich habe hier Mantarochen beobachtet, wie sie langsam über das Plateauende gleiten, und Hammerhaie in der blauen Tiefe unter mir kreisen sehen.

Die Außenwand von Sha'ab Claudia fällt steil auf über 50 Meter ab. Die Strömung hier ist unvorhersehbarer als bei Sataya — an manchen Tagen driftest du sanft am Riff entlang, an anderen kämpfst du gegen eine auflandige Strömung an. Das macht Sha'ab Claudia zum besseren Spot für Taucher mit etwas mehr Erfahrung, ist aber kein unüberwindbares Hindernis: Gute Guides kennen die Bedingungen und passen den Plan entsprechend an.

Beim Drift-Tauchen an Sha'ab Claudia ist ein SMB unverzichtbar. Das Boot muss wissen, wo du im offenen Wasser auftauchst — mehrere Kilometer von der Küste entfernt. Ich trage meine Signalboje mit Abrollspule immer am Handgelenk, griffbereit für den Aufstieg. In abgelegenen Gebieten wie den Fury Shoals ist das kein optionales Sicherheitszubehör, sondern Pflicht.

Sha'ab Maksur — Korallengärten in Perfektion

Das ruhigste und zugänglichste Riff der Fury Shoals ist Sha'ab Maksur. Hier findest du ausgedehnte Hartkorallengärten in 5 bis 20 Metern Tiefe — Stag-Horn-Korallen, Tischkorallen, Hirnkorallen — alles in einem Zustand, den man von touristisch erschlossenen Gebieten kaum noch kennt. Keine Ankerschäden, keine abgebrochenen Korallen, keine Spuren von jahrzehntelangem Massentourismus.

Sha'ab Maksur ist der ideale Spot für entspanntes Riff-Tauchen: minimale Strömung, exzellente Sichtweite, kein Zeitdruck. Ich mache hier gerne meinen dritten oder vierten Tauchgang des Tages, wenn der adrenalinhaltigere Sha'ab Claudia schon hinter mir liegt. Es ist wie ein langsamer Spaziergang durch einen unberührten Botanischen Garten — mit Oktopussen, die sich hinter Korallenköpfen verstecken, und Papageifischen, die laut an der Koralle kauen.

Für die Fury Shoals reicht ein 3mm Neopren-Ganzanzug das ganze Jahr — das Rote Meer ist keine Kaltwasserregion. Im Hochsommer erreicht das Wasser hier 28 bis 29 °C. Nach vier Tauchgängen pro Tag fängt man allerdings auch bei 26 °C an zu frieren. Wer mehrere Tage auf einem Liveaboard verbringt, wird den Neopren schätzen.

Liveaboard oder Tagesboot — was passt besser?

Die Fury Shoals sind von der Küste aus nur per Boot zu erreichen — ab Hamata dauert die Fahrt rund 1,5 Stunden eine Richtung. Das macht die Entscheidung zwischen Liveaboard und Tagesboot zu einer echten Abwägung.

Warum das Liveaboard die bessere Wahl ist

  • Frühankömmling-Vorteil: Morgens um 6 Uhr bist du der Erste in der Sataya-Lagune — entscheidend für die Delfin-Begegnung ohne Tagesboot-Trubel.
  • Mehr Tauchgänge: Auf einem Liveaboard tauche ich 4 bis 5 Mal pro Tag, plus Nachttauchgang. Ein Tagesboot schafft maximal 3 Tauchgänge.
  • Kombi-Route: Die klassische Südroute verbindet die Fury Shoals mit Daedalus Reef und den Brothers Islands — eine Woche ohne Wiederholung.
  • Keine Pendelei: Keine 3 Stunden Hin- und Rückfahrt jeden Tag. Mehr Zeit für das, was zählt.

Tagesboot ab Hamata — die Alternative

Wer kein Liveaboard möchte oder kann, findet vom Hafen Hamata aus gute Möglichkeiten: Lokale Tauchbasen bieten Tagesboote zu den Fury Shoals an — typischerweise 3 Tauchgänge, Mittagessen an Bord, Snacks inklusive. Für ein erstes Kennenlernen des Gebiets funktioniert das gut. Plane mindestens zwei Tage ein, um sowohl Sataya als auch Sha'ab Claudia abzudecken.

Alles über die Infrastruktur, Tauchbasen und logistischen Details rund um Hamata findest du in meinem Hamata-Tauchguide.

Ausrüstung für die Fury Shoals

Das Grundprinzip für die Fury Shoals: Alles muss zuverlässig funktionieren. Du bist weit von der Küste entfernt, die nächste Druckkammer ist Stunden entfernt. Das ist keine Warnung, sondern ein Kontext — der dafür sorgt, dass die Erfahrung hier echter und intensiver ist als anderswo.

  • Eigener Tauchcomputer: Kein Geliehenes. Wer seine Tiefe und Dekostopps nicht selbst überwacht, verlässt sich auf andere. Ein eigener Tauchcomputer ist für abgelegene Gebiete keine Empfehlung, sondern Grundausstattung.
  • SMB mit Abrollspule: Beim Drift-Tauchen im offenen Wasser absolut unverzichtbar.
  • 3mm Neopren: Für alle Jahreszeiten ausreichend, für mehrere Tauchgänge pro Tag empfohlen.
  • Kamera: Die Fury Shoals sind unglaublich fotogen — auch eine einfache GoPro liefert hier Bilder, die du ein Leben lang behältst.

Beste Reisezeit und Bedingungen

Die Fury Shoals sind das ganze Jahr tauchbar. Die Wassertemperatur liegt zwischen 22 °C im Januar/Februar und 29 °C im August/September. Die Sichtweite bleibt ganzjährig bei 20 bis 40 Metern — eine der großen Stärken des südlichen Roten Meeres.

Im Sommer (Juni bis September) kann auf dem offenen Wasser stärkerer Wind aufkommen — Boote schaukeln mehr, Seekrankheit ist ein reales Thema für Liveaboard-Neulinge. Im Winter (November bis März) sind die Außentemperaturen angenehm kühl, das Wasser ruhiger, die Riffe weniger überlaufen. Meine persönliche Empfehlung: Oktober bis April für ruhiges Wasser, gute Sichten und kaum Menschenmassen.

Die Delfine in Sataya sind ganzjährig da. Die Kolonie verlässt die Lagune nur für die nächtliche Jagd und kehrt jeden Morgen zurück. Früh aufstehen lohnt sich immer — zwischen 6 und 9 Uhr ist das Zeitfenster, in dem die Spinner-Delfine noch in der Lagune ruhen.

Häufige Fragen

Wie komme ich zu den Fury Shoals?+

Die Fury Shoals sind nur per Boot erreichbar. Ab Hamata gibt es Tagesboote zu den einzelnen Riffen — Fahrtzeit ca. 1 bis 1,5 Stunden eine Richtung. Die komfortablere Option ist ein Liveaboard mit Südroute, das mehrere Tage vor Ort bleibt. Von Marsa Alam aus gibt es ebenfalls Tagesboote, allerdings mit längerer Fahrtzeit.

Sind die Fury Shoals für Anfänger geeignet?+

Sha'ab Maksur ist mit seiner flachen, strömungsarmen Lage ideal für OWD-Taucher. Das Außenriff von Sataya und Sha'ab Claudia verlangen gute Tarierung und etwas Erfahrung mit wechselnden Strömungen — empfohlen ab 20 bis 30 Tauchgängen. Für absolute Anfänger ist ein geführter Tauchgang mit lokalem Guide auf Sha'ab Maksur dennoch möglich und unvergesslich.

Wann ist die beste Zeit für Delfin-Begegnungen in Sataya?+

Die Spinner-Delfine in Sataya sind ganzjährig in der Lagune — sie nutzen sie täglich als Ruheplatz nach der nächtlichen Jagd. Die beste Zeit ist früh morgens zwischen 6 und 9 Uhr, bevor die Kolonie wieder aufschwärmt. Mit dem Liveaboard bist du zu dieser Zeit ohne konkurrierende Boote vor Ort — das macht den entscheidenden Unterschied.

Was kostet ein Liveaboard zu den Fury Shoals?+

Liveaboard-Südrouten ab Hurghada oder Marsa Alam kosten je nach Schiff, Saison und Kabinenkategorie zwischen 700 und 1.400 Euro pro Person für 6 bis 8 Tage, inklusive Vollpension und 4 bis 5 Tauchgänge täglich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist im Vergleich zu anderen Tauchreisezielen weltweit außergewöhnlich gut.

Brauche ich eine spezielle Genehmigung für die Fury Shoals?+

Die Fury Shoals liegen im Schutzgebiet des Ägyptischen Marine Parks. Die Zugangsgebühren werden jedoch direkt vom Liveaboard oder der Tagesbasis bezahlt — für dich als Taucher entsteht kein zusätzlicher bürokratischer Aufwand. Stelle sicher, dass dein Boot eine gültige Liveaboard-Lizenz für die Südroute hat.

Über den Autor

🤿

Marc

PADI Divemaster · Rotes Meer

Seit Jahren tauche ich im Roten Meer und kenne jeden Spot, jede Strömung. Mein Ziel: dir den perfekten Tauchurlaub zu ermöglichen.

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