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Giannis D Wrack tauchen: Das fotogenste Wrack bei Abu Nuhas
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Wracktauchen 30. Oktober 2026 Marc 9 Min. Lesezeit

Giannis D Wrack tauchen: Das fotogenste Wrack bei Abu Nuhas

Giannis D Wrack tauchen: Bei Abu Nuhas liegt das Schiff in 5-27 m Tiefe mit zerbrochenem Mittelteil. Tauchprofil, Fotos & Anfahrt von Marc.

Auf einen Blick

  • Ort: Sha'ab Abu Nuhas, Straße von Gubal, nördliches Rotes Meer
  • Tiefe: 5-27 m (Bug flach, Heck am tiefsten)
  • Beste Reisezeit: März-November, ganzjährig möglich
  • Niveau: Open Water mit Erfahrung bis Advanced, je nach Strömung

Giannis D Wrack tauchen: Die Kurzantwort

Die Giannis D liegt am Riff Sha'ab Abu Nuhas im nördlichen Roten Meer in 5 bis 27 Metern Tiefe und ist damit auch für weniger erfahrene Taucher mit Aufsicht gut erreichbar. Ihr komplett aufgebrochenes Mittelschiff mit frei liegenden Spanten macht sie zum meistfotografierten Wrack der Region. Genau deshalb ist sie ein Pflichttermin für jeden, der Wracktauchen im Roten Meer ernst nimmt.

Geschichte des Wracks

Die Giannis D wurde 1969 in Japan gebaut und lief unter griechischer Flagge als Frachtschiff im östlichen Mittelmeer und Roten Meer. Am 19. April 1983 war sie mit einer Ladung Schnittholz aus Rijeka (damals Jugoslawien, heute Kroatien) auf dem Weg nach Jeddah und Hodeidah im Jemen, als sie nachts bei schlechter Sicht auf das Riff von Abu Nuhas auflief. Die Besatzung konnte sich retten, das Schiff selbst wurde zum Totalschaden erklärt und blieb liegen. Bis heute findet man zwischen den Trümmern Reste der Holzladung, verwittert und bewachsen, doch an einigen Stellen noch klar als Bretter und Balken erkennbar. Für mich ist genau das der Reiz: Man taucht nicht nur durch Stahl, sondern durch ein Stück Frachtgeschichte, das man noch mit eigenen Augen nachvollziehen kann.

Topografie & Tauchprofil

Der Bug liegt bei 5 bis 15 Metern, ist noch fast vollständig intakt und einer der wenigen Abschnitte, an denen man die ursprüngliche Schiffsform noch klar erkennt, samt Ankerwinde und Bugspitze, die aufrecht aus dem Sand ragt. Von dort führt der Tauchgang über das Mittelteil, und das ist der Grund, warum die Giannis D so berühmt ist: Rumpf und Decks sind hier komplett kollabiert, die Spanten liegen aufgefächert wie ein Fischskelett frei, Licht fällt seitlich durch die offene Struktur. Genau diese zerbrochene Mitte liefert die Aufnahmen, die man von diesem Wrack überall sieht. Richtung Heck wird es mit 25 bis 27 Metern am tiefsten, dort ist der Rumpf stärker mit Weichkorallen und Schwämmen bewachsen und wirkt deutlich ruhiger als die zerbrochene Mitte. Zwischen den Trümmern im Mittelteil tummeln sich meist dichte Schwärme von Glasfischen und Fahnenbarschen, die bei jeder kleinen Strömung durch die offenen Spanten ziehen – ein zusätzlicher Grund, warum sich die Bruchstelle gerade für Fotos lohnt. Am Heck liegen Propeller und Ruder noch halbwegs erkennbar im Sand, umgeben von Ankerketten und verstreuten Ladungsresten, die sich über die Jahrzehnte am Riff verteilt haben. Wer genug Zeit und Luft hat, findet rund um das Wrack auch vereinzelt Krokodilsfische und Muränen, die sich zwischen den Stahlplatten verstecken. Ein kompletter Rundgang von Bug bis Heck und zurück braucht ohne lange Fotostopps 40 bis 50 Minuten. Mit Kamera plane ich inzwischen eher den ganzen Tauchgang nur für die Bruchstelle ein.

Weil die Tiefen so unterschiedlich verteilt sind, lohnt sich ein Tauchcomputer, der Nitrox-Profile zuverlässig rechnet, gerade wenn man mehrfach zwischen Bug und Heck wechselt. Ich tauche hier selbst mit dem Shearwater Tern (ca. 350-450 €). Kompakt, mit hellem AMOLED-Display, das sich auch im Schatten der Trümmer noch gut ablesen lässt, und mit einem Nitrox-Algorithmus, der bei wiederholten Tiefenwechseln zwischen 5 und 27 Metern präzise genug rechnet, um die Stickstoffbelastung realistisch abzuschätzen. Ein Muss ist das Gerät trotzdem nicht: Für gelegentliche Touren ans Rote Meer reicht jeder Nitrox-fähige Rechner mit klarer Tiefenanzeige völlig aus, solange du deine Tauchgänge an der Giannis D sauber protokollierst und keine Dekompressionsgrenzen ignorierst.

Für den Tauchgang selbst brauchst du keine eigene Logistik – fast jede seriöse Tauchbasis in Hurghada oder El Gouna bietet die Tagestour nach Abu Nuhas an, meist kombiniert mit einem zweiten Tauchgang an der Chrisoula K oder der Carnatic am selben Riff. Ich buche solche Touren am liebsten bei kleineren Basen mit maximal 12 bis 16 Tauchern pro Boot, weil die Guides dann tatsächlich Zeit haben, die Gruppe an der Bruchstelle zusammenzuhalten, statt nur durchzuzählen. Frag vor der Buchung gezielt nach der Bootsgröße und danach, ob der Guide die Giannis D selbst gut kennt – an einem Wrack mit so vielen offenen Abschnitten und wechselnder Sicht macht ein Guide, der die sichersten Wege durch die Spanten kennt, einen echten Unterschied für die ganze Gruppe. Die Fahrzeit vom Hafen bis zum Riff liegt je nach Ausgangspunkt bei 45 bis 90 Minuten, Frühstück und Mittagessen sind bei den meisten Tagestouren schon inklusive.

Die beste Zeit & Tauchbedingungen am Schiffsfriedhof Abu Nuhas

Abu Nuhas ist kein einzelnes Wrack, sondern ein ganzer Schiffsfriedhof: Neben der Giannis D liegen hier noch die Chrisoula K, die Carnatic und die Kimon M am selben Riff. Die Sicht schwankt stark je nach Windrichtung. Auf der Lee-Seite liegt sie oft bei 20 bis 30 Metern und ruhigem Wasser, auf der Luv-Seite kann dagegen starke Strömung und raueres Wasser dazukommen, besonders bei Nordwind im Frühjahr. Die Wassertemperatur liegt je nach Saison zwischen 22 °C im Winter und 28 °C im Sommer, 3 mm Neopren reicht fast immer, im Winter würde ich eher zu 5 mm greifen. Die meisten Taucher erreichen Abu Nuhas über eine Tagestour per Schnellboot ab Hurghada oder El Gouna, seltener als Zwischenstopp auf einer Safari-Route Richtung Süden. Wer sich für die gesamte Lage am Riff interessiert, findet mehr Details zu allen vier Wracks in meinem Überblick zu Abu Nuhas.

Profi-Tipp von Marc

"Ich buche Abu Nuhas immer möglichst früh am Morgen, bevor der Wind auffrischt. Die erste Tour des Tages hat an der Giannis D fast immer die ruhigste Sicht. Nach 11 Uhr wird es an der Luv-Seite oft merklich unruhiger."

Fotografie am Wrack: Tipps für die besten Shots

Die aufgefächerten Spanten im Mittelteil sind fotogen, weil sie Licht durchlassen: Wenn du gegen die Sonne fotografierst, zeichnen sich die Rippen als dunkle Silhouette gegen das blaue Wasser ab. Genau dieses Motiv kennt man von fast jedem Giannis-D-Bild im Netz. Am besten funktioniert das am späten Vormittag, wenn die Sonne hoch genug steht, um schräg durch die Struktur zu fallen, aber noch nicht senkrecht steht. Für die große Szenerie lohnt sich ein Weitwinkelobjektiv oder ein Fisheye-Vorsatz, weil man sonst in den engen Abschnitten nicht genug vom Wrack auf einmal einfängt.

Wer am Wrack überhaupt erst mit einer eigenen Kamera unterwegs sein will, muss nicht gleich in eine teure Systemkamera mit separatem Gehäuse investieren. Für die Tiefen an der Giannis D reicht eine robuste 4K-Action-Cam wie die AKASO Brave 4 Pro (ca. 100-130 €) völlig aus, die ohne Zusatzgehäuse bis 40 Meter wasserdicht ist und damit auch das tiefste Heckstück problemlos mitnimmt. Für die typischen Silhouetten-Aufnahmen gegen die Sonne reicht meist schon das serienmäßige Weitwinkel der Kamera, wichtiger ist, nah genug an die Spanten heranzugehen und die Belichtung leicht abzudunkeln, damit sich die Rippen als klare dunkle Konturen vom blauen Wasser abheben.

Ausrüstung für den Tauchgang

An einem Riff mit wechselnder Strömung und mehreren Wracks auf einmal gilt für mich: Sicherheit zuerst, Fotos danach. Eine Signalboje mit Abrollspule gehört bei jedem Tauchgang an Abu Nuhas ins Gepäck, falls man beim Aufstieg vom Boot abtreibt oder die Gruppe sich an der Bruchstelle verteilt. Ich tauche hier mit einer SMB mit Abrollspule (ca. 20-30 €) in kräftigem Orange oder Gelb, mindestens 120 cm lang und kompakt genug, um sie auch bei engen Passagen am Wrack nicht im Weg zu haben. Worauf du beim Kauf achten solltest: eine Spule mit mindestens 15 Metern Leine und ein Ventil, über das sich die Boje per Oktopus-Zweitstufe unter Wasser aufblasen lässt statt nur per Mund – das spart Luft und Nerven, wenn du gerade erst am Sicherheitsstopp angekommen bist. Mehr zur kompletten Grundausstattung für Wracktauchgänge (von Lampe bis Schnittschutzhandschuhen) findest du in meinem Artikel zu Ausrüstung, Technik und Sicherheit beim Wracktauchen.

FAQ

Häufige Fragen

Wie tief liegt die Giannis D?+

Die Giannis D liegt bei Abu Nuhas in 5 bis 27 Metern Tiefe. Der Bug ragt flach bei 5 bis 15 Metern aus dem Sand, das zerbrochene Mittelteil liegt im mittleren Bereich, das Heck erreicht mit 25 bis 27 Metern die größte Tiefe.

Ist die Giannis D auch für Anfänger geeignet?+

Der Bugbereich bei 5 bis 15 Metern ist auch für Taucher mit wenig Erfahrung gut machbar, solange ein erfahrener Guide dabei ist. Für das tiefere Heck und bei Strömung an der Luv-Seite empfiehlt sich mehr Erfahrung oder ein Advanced-Brevet.

Wann ist die beste Reisezeit für Abu Nuhas?+

Abu Nuhas lässt sich ganzjährig tauchen, die ruhigsten Bedingungen gibt es meist zwischen März und November. Die Sicht hängt stark von der Windrichtung ab, deshalb lohnt sich oft die erste Bootstour am Morgen.

Wie kommt man zum Schiffsfriedhof Abu Nuhas?+

Die meisten Taucher erreichen Abu Nuhas mit einer Tagestour per Schnellboot ab Hurghada oder El Gouna. Einige Tauchsafaris im nördlichen Roten Meer legen zusätzlich als Zwischenstopp dort an.

Was macht die Giannis D zum fotogensten Wrack am Roten Meer?+

Das komplett zerbrochene Mittelschiff mit frei liegenden, aufgefächerten Spanten lässt Licht seitlich durchfallen und erzeugt markante Silhouetten. Diese Bruchstelle gilt als eines der meistfotografierten Motive unter den Wracks im Roten Meer.

Über den Autor

🤿

Marc

PADI Divemaster · Rotes Meer

Seit Jahren tauche ich im Roten Meer und kenne jeden Spot, jede Strömung. Mein Ziel: dir den perfekten Tauchurlaub zu ermöglichen.

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