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Tauchen in Sharm el-Sheikh: Der komplette Guide
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Tauchspots 07. September 2026 Marc 10 Min. Lesezeit

Tauchen in Sharm el-Sheikh: Der komplette Guide

Tauchen in Sharm el-Sheikh: Na'ama Bay, Ras Mohammed & Tiran erklärt. Mein Guide für Einsteiger und Profis – Spots, Reisezeit & Ausrüstung.

Auf einen Blick

  • Ort: Na'ama Bay, Sharm el-Sheikh, Sinai – Bootstouren zu Ras Mohammed und Tiran
  • Tiefe: 5–30 m (Hausriffe Na'ama Bay), bis 40 m (Ras Mohammed, Tower)
  • Beste Reisezeit: Oktober–Mai
  • Niveau: Anfänger (Hausriffe) bis Fortgeschrittene (Tower, Tiran)
  • Wassertemperatur: 22–28 °C – ein 3mm Neopren reicht das ganze Jahr

Was macht Sharm el-Sheikh für Taucher so besonders?

Sharm el-Sheikh ist aus einem einfachen Grund die meistbesuchte Tauchdestination Ägyptens: Es gibt hier buchstäblich für jeden etwas. Anfänger schnorcheln und tauchen an den flachen Hausriffen der Na'ama Bay, ohne jemals ein Boot zu besteigen. Fortgeschrittene lassen sich an der senkrechten Tower-Wand treiben und beobachten Weißspitzenhaie. Und wer das Allerbeste will, bucht eine Tagesbootstour nach Ras Mohammed oder in die Straße von Tiran – zwei Spots, die ich nach über 2.000 Tauchgängen im Roten Meer bedenkenlos als Weltklasse bezeichne. Das Wasser ist das ganze Jahr 22–28 °C warm, die Sichtweiten liegen regelmäßig bei 20–35 Metern, und die nächste Tauchbasis ist immer zu Fuß erreichbar. Ein ausführlicher Vergleich mit der anderen großen Tauchdestination Ägyptens findet sich in meinem Artikel Hurghada vs. Sharm el-Sheikh.

Na'ama Bay – Hausriffe für jeden Taucher

Na'ama Bay ist der Kern von Sharm el-Sheikh – eine halbmondförmige Bucht, gesäumt von Hotels, Tauchbasen und der Corniche-Promenade. Die Hausriffe sind direkt vor dem Strand erreichbar und bieten eine erstaunliche Vielfalt für alle Erfahrungsstufen. Ich selbst habe hier meine ersten Tauchgänge im Roten Meer gemacht und komme immer noch gerne für eine entspannte Nachmittagsrunde zurück.

Garden (Hausriff)

Der Garden ist das klassische Na'ama-Bay-Riff: eine sanft abfallende Riffwand, die von 3 Metern bis auf 25 Meter hinunterführt, bedeckt mit bunten Korallen und belebt von Hunderten Rifffischen. Ich habe hier Napoleon-Fische gesehen, die kaum Scheu vor Tauchern zeigen, Muränen, die lässig aus ihren Löchern herausschauen, und Papageienfische, die munter am Korallenkalk knabbern. Der Strandeinstieg ist unkompliziert, das Riff liegt direkt vor der Nase – perfekt für den ersten Tauchgang des Urlaubs oder für Einsteiger, die ihr frisch erlerntes Wissen anwenden wollen.

Temple

Temple liegt ein Stück weiter nördlich und ist der ruhigste Spot in der Na'ama Bay. Der Name kommt von den säulenartigen Korallenformationen, die an einen versunkenen Tempel erinnern – überraschend malerisch für ein Hausriff. Die Tiefe bleibt moderat (5–18 m), die Strömung ist meistens minimal, und das Riff ist gut strukturiert. Ich schicke hier gerne frisch brevetierte Taucher rein, die ihre Tarierung in Ruhe üben wollen, ohne von Strömung oder Tiefe abgelenkt zu werden.

Eel Garden

Das Eel Garden – auf Deutsch: Aalsgarten – ist einer der charmantesten Spots der Bay. In 12–18 Metern Tiefe wachsen Hunderte von Röhrenaalen aus dem sandigen Boden, die sich im Strom wiegen wie Gras im Wind. Nähert man sich langsam, ziehen sie sich in ihre Röhren zurück; bleibt man still, kommen sie wieder heraus. Ein meditativer Spot, der zeigt, wie viel Geduld das Tauchen belohnt. Ein 3mm Neoprenanzug reicht für Na'ama Bay das ganze Jahr – selbst im Januar sind die 22–23 °C mit dem dünnen Anzug absolut komfortabel.

Tower – Wall-Dive an der senkrechten Wand

Tower ist der anspruchsvollste Spot, den du in Sharm el-Sheikh zu Fuß erreichst – und einer der spektakulärsten Wall-Dives im ganzen Roten Meer. Die Riffkante beginnt in nur 3 Metern Tiefe und fällt dann senkrecht ab: 40, 60, 80 Meter, theoretisch weiter. Du hängst an einer senkrechten Wand aus Korallen, Gorgonien-Fächern und Steinkorallen-Türmen, während darunter das tiefblaue Nichts wartet.

Was Tower besonders macht: Weißspitzen-Riffhaie und Grauhaie patrouillieren regelmäßig die Wand, oft in 15–25 Metern Tiefe. Ich habe hier Begegnungen gehabt, die ich nie vergessen werde – zwei Grauhaie, die langsam an mir vorbeizogen, während ich mich an der Wand hielt und kaum atmete. Die Haie zeigen hier kein aggressives Verhalten; sie sind schlicht neugierig. Mit einem Riffhaken kannst du dich an der Tower-Wand halten und die vorbeiziehenden Haie in Ruhe beobachten, ohne durch Bewegung Auftrieb zu erzeugen oder die Korallen zu berühren.

Meine Empfehlung: Tower erst angehen, wenn du mindestens 20 Tauchgänge absolviert hast und deine Tarierung sicher kontrollieren kannst. Wer an der Wand unkontrolliert abtaucht, ist schnell in Tiefen, die das Nitrox-Limit überschreiten. Direkt neben Tower liegt der Spot Ras Umm Sid mit seinen berühmten Gorgonien-Fächern in 25–30 Metern Tiefe – auch dort absolut sehenswert.

Profi-Tipp von Marc

"Tower hat eine tückische Eigenschaft: Weil die Wand so faszinierend ist, verliert man leicht das Gefühl für die Tiefe. Ich lege mir vor dem Tauchgang ein klares Tiefenlimit fest – 30 Meter – und halte mich daran, egal was da unten wimmelt. Die schönsten Begegnungen passieren sowieso zwischen 15 und 25 Metern, wo das Licht noch gut ist und die Haie am aktivsten sind."

Ras Mohammed Nationalpark – Weltklasse-Tauchen vor Sharm

Ras Mohammed ist der südlichste Zipfel des Sinai – dort, wo der Golf von Suez und der Golf von Akaba aufeinandertreffen. Das Zusammenströmen dieser beiden Wassermassen schafft ein Nährstoffsystem, das die Korallen und Fischpopulationen auf ein Niveau hebt, das ich in dieser Dichte weltweit selten gesehen habe. Der Nationalpark liegt nur 20 Kilometer von Sharm el-Sheikh entfernt, Bootstouren starten ab 06:30 Uhr morgens. Mehr zu diesem außergewöhnlichen Spot liest du in meinem ausführlichen Guide zu Ras Mohammed.

Shark Reef und Yolanda Reef

Diese beiden Riffe bilden den absoluten Höhepunkt des Nationalparks. Shark Reef ist eine abgerundete Unterwasserkuppel, um die der Strom regelmäßig ozeanische Weißspitzenhaie bringt – ein Anblick, der den Herzschlag in die Höhe treibt. Yolanda Reef ist direkt daneben und bietet eines der kuriosesten Bilder im Roten Meer: das gesunkene Wrack der Yolanda mit ihrer Ladung aus Badezimmerarmaturen und Toilettenporzellan, das jetzt von Korallen überwuchert und von Fischen bewohnt wird. Der Doppel-Spot wird immer zusammen gemacht – eine der denkwürdigsten Stunden unter Wasser, die ich kenne.

Praktisches zu Ras Mohammed

Für den Nationalpark wird eine Eintrittsgebühr von derzeit rund 25 US-Dollar erhoben – das ist beim Buchungspreis der Bootstouren manchmal enthalten, manchmal nicht. Klär das vorher ab. Wichtig: Im Nationalpark ist reef-safe Sonnencreme Pflicht, herkömmliche Produkte mit Oxybenzon schädigen die Korallen nachweislich. Ich benutze seit Jahren die NEW LAYER LSF 50+ – mineralisch, wasserfest und ohne korallenschädigende Inhaltsstoffe.

Straße von Tiran – Hammerhaie und Strömung

Die Straße von Tiran liegt zwischen der Sinai-Halbinsel und Saudi-Arabien – eine schmale Meerenge, durch die das Wasser des Roten Meeres in den Golf von Akaba drückt. Das erzeugt teils heftige Strömungen, aber auch ideale Bedingungen für Hammerhaie, die hier regelmäßig an den Riff-Drop-offs patrouillieren. Alles zu den vier Riffen der Straße steht in meinem Guide zu den Tiran-Riffen.

Die vier Riffe heißen Jackson, Woodhouse, Thomas und Gordon – alle nach britischen Admiralen benannt, von denen ich mir nie alle Namen gleichzeitig merken kann. Jackson ist das erste und spektakulärste: Das gesunkene Wrack der Loullia liegt auf dem Riff, und am Drop-off tauchen – besonders in den frühen Morgenstunden – Hammerhaie in Gruppen von 5 bis 20 Exemplaren auf. Ich empfehle für Tiran mindestens den Advanced Open Water Diver und Erfahrung mit mittlerer Strömung. Wenn du dich unter Wasser treiben lässt, statt gegen die Strömung anzuschwimmen, ist es machbar – aber unterschätze Tiran nicht.

Eine gut sichtbare SMB-Signalboje ist bei Bootstouren nach Tiran Pflicht – in der Strömung kann man leicht vom Boot abtreiben, und das Zodiac muss dich im offenen Wasser finden können.

Ausrüstung für Sharm el-Sheikh

Das Rote Meer vor Sharm ist Warmwasser – kein Kaltwasser-Gear nötig. Was du brauchst:

  • Neopren 3mm: Reicht ganzjährig für alle Spots der Na'ama Bay und Ras Mohammed. Im Winter (Dezember–Februar) bei mehrfachen Tauchgängen täglich kannst du auch zu einem 5mm greifen – auf dem windigen Deck kühlt man zwischen den Tauchgängen aus. Alles zur richtigen Stärke in meinem Neopren-Guide fürs Rote Meer.
  • Tauchcomputer: Pflicht bei mehrfachen Tauchgängen täglich. Für Einsteiger ist der Cressi Leonardo mein Einsteiger-Tipp; wer etwas mehr Funktionen und ein größeres Display möchte, ist mit dem Suunto Zoop Novo bestens bedient. Einen ausführlichen Vergleich findest du in meinem Tauchcomputer-Test fürs Rote Meer.
  • SMB (Signalboje): Unverzichtbar bei Tiran und Ras Mohammed. Immer selbst dabei haben – nie auf den Guide verlassen.
  • Maske und Flossen: Eigene Ausrüstung macht den Urlaub entspannter. Leihmasken sitzen selten perfekt.

Beste Reisezeit für Sharm el-Sheikh

Sharm el-Sheikh lässt sich ganzjährig tauchen, aber die Jahreszeiten haben echte Unterschiede:

  • Oktober–November: Meine Lieblingssaison. Das Sommer-Hoch hat sich gelegt, die Wassertemperatur liegt noch bei 26–28 °C, die Hammerhai-Chancen in Tiran steigen, und die Hotels sind nicht ausgebucht. Ideal für alle Niveaus.
  • Dezember–Februar: Ruhige Saison – weniger Touristen, günstigere Preise. Das Wasser kühlt auf 22–24 °C ab, der 3mm Neopren reicht noch, für Vieltaucher lohnt ein 5mm. Ras Mohammed ist in dieser Zeit oft am ruhigsten.
  • März–Mai: Frühjahr mit ruhiger See und aufwärmendem Wasser. Gut für Hausriff-Tauchen und Bootstouren. Noch keine Sommerhitze an Land.
  • Juni–September: Hochsaison, volle Hotels, Temperaturen bis 45 °C an Land. Das Wasser ist mit 28–30 °C herrlich warm, aber die Riffe vor der Na'ama Bay sind voll. Wer im Sommer kommt, sollte früh morgens tauchen und die Mittagshitze meiden.

Mein Rat: Buche zwischen Oktober und November – das ist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bei maximaler Unterwasser-Qualität.

Häufige Fragen

Ist Sharm el-Sheikh für Tauchanfänger geeignet?+

Ja, Sharm el-Sheikh ist eine der besten Destinationen für Einsteiger im Roten Meer. Die Hausriffe der Na'ama Bay – Garden, Temple und Eel Garden – sind flach, strömungsarm und direkt vom Strand erreichbar. Zahlreiche PADI- und SSI-Tauchbasen bieten Schnupperkurse und Open-Water-Kurse direkt vor Ort an. Fortgeschrittene Spots wie Tower oder die Tiran-Riffe können später hinzukommen.

Welche Spots in Sharm el-Sheikh eignen sich für Haibegegnungen?+

Die besten Chancen auf Haie hat man am Tower (Weißspitzen-Riffhaie, Grauhaie), am Shark Reef in Ras Mohammed (ozeanische Weißspitzenhaie) und am Jackson Reef in der Straße von Tiran (Hammerhaie). Tower ist per Fuß erreichbar, Ras Mohammed und Tiran nur per Boot. Für Tower reichen 20+ Tauchgänge, für Tiran wird der Advanced Open Water empfohlen.

Welchen Neoprenanzug brauche ich für Sharm el-Sheikh?+

Ein 3mm Neoprenanzug reicht für Sharm el-Sheikh das ganze Jahr aus – die Wassertemperatur liegt zwischen 22 °C (Februar) und 28 °C (August). Wer im Winter mehrfach täglich taucht und auf dem windigen Deck zwischen den Tauchgängen auskühlt, kann optional einen 5mm wählen. Ein Trockenanzug wird nie gebraucht.

Wie komme ich von Sharm el-Sheikh nach Ras Mohammed?+

Ras Mohammed liegt nur 20 Kilometer südlich von Sharm el-Sheikh. Die meisten Tauchbasen in Na'ama Bay bieten tägliche Bootstouren an – Abfahrt gegen 07:00–08:00 Uhr, Rückkehr am frühen Nachmittag. Zwei Tauchgänge sind standard. Die Nationalpark-Eintrittsgebühr beträgt rund 25 US-Dollar und ist manchmal im Tourpreis enthalten.

Wann ist die beste Zeit für Hammerhaie in Tiran?+

Die beste Hammerhaisaison in der Straße von Tiran ist Oktober bis Dezember, wenn sich die Gruppen am regelmäßigsten zeigen. Die frühen Morgenstunden (erste Bootsfahrt des Tages) sind ergiebiger als Nachmittagstouren. Ein Advanced Open Water Diver und Strömungserfahrung werden empfohlen.

Über den Autor

🤿

Marc

PADI Divemaster · Rotes Meer

Seit Jahren tauche ich im Roten Meer und kenne jeden Spot, jede Strömung. Mein Ziel: dir den perfekten Tauchurlaub zu ermöglichen.

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Meine Ausrüstung

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